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(S. 162/3). Sie zerfielen„in zwei freilich nur örtlich getrennte Gruppen: die in der Stadt selbst und die des Rammelsberges, nach dem auch ihre Siedlung den Namen Bergdorf führte“(S. 157, 161).
An anderer Stelle werden sie als„vornehme Herren“ geschil- dert, zu ihnen seien nicht„die schürfenden Bergleute und Hütten- arbeiter“(S. 159) zu zählen. Was ich über die Montanen und Sil- vanen sage,¹⁴) ist selbstverständlich wieder völlig verfehlt(M. S. 159).
Welches Bild ergibt sich gegenüber diesen doch reichlich unklaren Ausführungen auf Grund der urkundlichen Uberliefe- rung?
Obwohl anzunehmen ist, daß die Montanen und Silvanen schon auf einer älteren Stufe der Entwicklung im Goslarer Berg- wesen eine bedeutsame Rolle gespielt haben, sind doch genauere Nachrichten über sie erst aus verhältnismäßig später Zeit erhalten.
Stellen wir das zusammen, was die Quellen in dieser Hinsicht ergeben, so findet sich der erste Hinweis auf das Vorkommen von Silvanen in dem großen Freiheitsbrief, den Friedrich II. der Stadt am 13. 7. 1219 erteilt hat. Gewissermaßen als Anhang sind ibm einige wenige Bestimmungen beigefügt, die mit den Worten „Hec sunt jura silvanorum“ beginnen. ⁴⁵) Sie kehren in der deut- schen Ubersetzung des Privilegs in dem Rechtebuch der Goslarer Kaufleute wieder4⁰) und ebenso in der Bestätigung des Privilegs durch König Heinrich(VII.) vom 22. 9. 1223.4⁷) Schon an einer früheren Stelle des Privilegs wird auch eines ihnen zustehenden Pfändungsschutzes gedacht.*³) Die nächste Erwähnung der Sil- vanen bringt sodann eine Vorschrift in der Besiegelung der Rechte der Münzer in Goslar durch König Heinrich aus der Zeit zwischen 1231 und 1235, wonach dem Münzer in gewissen Beziehungen der „manifestus silvanus“ gleichgestellt wird. ¹⁹) Und schließlich kom- men in Betracht einige Sätze der Bergordnung, die Herzog Albrecht von Braunschweig am 25. 4. 1271 für den Harz verkündet hat. 4⁹²⁴)
Eine erste, allerdings nur mittelbare Andeutung über das Vor- handensein von Montanen in Goslar im 13. Jahrhundert läßt sich entnehmen aus einigen Angaben, die den ältesten, urkundlich bezeugten Stadtschreiber in Goslar betreffen und die bisher völlig unbeachtet geblieben sind. Um die Mitte des 13. Jahrhunderts ist, jedenfalls im Auftrage des Rates, die sogen. Vogteigeldlehn-


