Druckschrift 
Betrachtungen zur Siedlungsgeschichte und zum älteren Bergwesen von Goslar ; mit einer Urkundentafel / von Karl Frölich
Entstehung
Seite
19
Einzelbild herunterladen

19

lien mit wichtigen Verrichtungen im Berg-, Hütten- und Münz- wesen betraut waren und daß sie erst später einer genossenschaft- lichen Zusammenfassung in der Form einer Münzergilde Platz gemacht haben. ⁴⁰) Zurückzugreifen ist hier insbesondere auf das, was ich bei anderer Gelegenheit über das Auftreten der Familie von dem Dike in Goslar, über das von ihr gebrauchte Siegel und die Ahnlichkeit dieses Siegels mit dem späteren Siegel der Münzer- gilde bemerkt habe.) Der Schluß liegt nahe, daß Aufgaben, die ursprünglich in der Hand der Herren von dem Dike oder anderer Adelsgeschlechter lagen, später auf die von dem König ins Leben gerufene Münzergilde übertragen sind, vielleicht aus Anlaß einer Reorganisation der gesamten Verwaltung der königlichen Kam- mer, die mit einer Verdrängung der Ritterfamilien aus ihrer bishe- rigen Vormachtstellung verknüpft war, ohne daß dabei gerade an das Wirken Bennos gedacht zu werden braucht.

Diese Vermutung scheint eine Bestätigung zu finden, wenn wir das ins Auge fassen, was über die merkwürdigen Schicksale des Hauses der Familie von dem Dike im Pfalzbezirk, des sog. Sechs- mannenhauses, zu sagen ist. Das Haus ist im Jahre 1331 durch Kauf aus dem Besitz der Herren von dem Dike in den der Sechs- mannen des Berges, des Vorstandes der Genossenschaft der Mon- tanen und Silvanen, übergegangen und von der letzteren vor 1380 an die Münzergilde veräußert. Es hat sich dann, wenn auch nicht über alle Einzelheiten völlige Klarheit zu erzielen ist, doch als kaiserliches Lehen in der Hand der Stadt Goslar bis zum Aufhören ihrer Selbständigkeit behauptet und in dieser Weise die Erin- nerung an die Zustände der Frühzeit gewahrt.) Damit berührt sich ferner die eigentümliche Rolle, die die Münzergilde im Ver- fassungsleben der Stadt Goslar gespielt hat, und über die ich mich ausführlich geäußert habe.*³²) Auf diese Erscheinungen aber, die für die Beurteilung der Entwicklung in Goslar wichtiger sind, als die unsicheren Vermutungen über die Anfänge der Gilde, geht M. mit keinem Worte ein.

c) Die Entwicklung des Bergbaus und Hüttenbetriebes.

Wohl die größten Schwierigkeiten bereitet dem Verständnis die Schilderung des Berg- und Hüttenwesens, die M. entwirft. Auf sie beziehen sich drei Abschnitte, die den Vergleich der Berg- und Hüt- tenherren mit den Gilden(7), die Großgewerkschaft und die Ver-

2*