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Betrachtungen zur Siedlungsgeschichte und zum älteren Bergwesen von Goslar ; mit einer Urkundentafel / von Karl Frölich
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habe und dabei zu dem Ergebnis gelangt bin, daßvon einer hin- länglichen Zuverlässigkeit der aus den Notae zu entnehmenden Daten wegen der Zeit des Beginnes der Vitusbrüderschaft in Goslar nicht die Rede sein dürfte.Es liegt näher, daß es sich um eine spätere, frühestens in die Mitte des 12. Jahrhunderts zurückrei- chende Niederschrift handelt, bei der Irrtümer nicht ausgeschlos- sen sind oder bei der sogar bewußte, dem Zwecke tunlichster Her- aufrückung des Alters der Bruderschaft dienende Erfindung eine Rolle gespielt haben kann. Man wird es erklärlich finden, daß ich unter diesen Umständen die Aufzeichnung nicht, wie M., alsvoll- wertiges Zeugnis genommen und sie in dem behandelten Zusam- menhange übergangen habe. Dies umso mehr, als ja schon in der Urkunde von 1108 ein völlig ausreichender Beleg für die Stadt- werdung Goslars um diese Zeit erblickt werden kann.

Wenn M. schließlich den Ausbau Goslars zur Stadt im Jahre 1108 in Verbindung bringt mit der kurz vor- und nachher durch Heinrich IV. oder Heinrich V. bzw. den Erzbischof Adalbert von Mainz bewirkten Erhebung der rheinischen Bischofsstätte Köln (1106), Speyer(1111), Worms(1112) und Mainz(1118), so genügt der zeitliche Zusammenhang, der hier vorliegt, allein kaum, den Ausführungen M.'s mehr als den Rangbloßer Hypothesen ein Ausdruck, den ich 1927 gebraucht habe und gegen den sich M. (S. 152) wendet zuzubilligen. Eine einheitliche Sinngebung läßt sich bei den räumlich benachbarten und von einem bischöflichen Stadtherrn abhängigen rheinischen Bischofsstädten vielleicht unter- stellen. Für Goslar, das nach M. gleich in der Reihe hinter Köln folgt, ist jedoch etwas mehr zu fordern als der zeitliche Zusam- menfall, auf den M. vor allem verweist, um seine Vermutung trag- fähig zu machen.

5b) Das Münzwesen und die Anfänge der Münzergilde in Goslar.

In drei Abschnitten geht M. auf die Sachsen- und Otto-Adelheid- Pfennige(2), die Verwaltung des Betriebes durch den Erzpriester Benno(11) und die Gründung der Münzergilde in Goslar(12) ein. Hier fehlt es für M. an einem Anlaß zu polemischen Erörterungen, es dreht sich dabei auch in der Hauptsache um Dinge, die für die Beurteilung der verfassungsrechtlichen Verknüpfungen kaum nen- nenswerte Erträge abwerfen.

2 Frölich, Betrachtungen zur Siedlungsgeschichte....