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Betrachtungen zur Siedlungsgeschichte und zum älteren Bergwesen von Goslar ; mit einer Urkundentafel / von Karl Frölich
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ten. Auch das ist ein Gesichtspunkt, auf den bereits von mir hin- gedeutet worden ist. ²²)

Woher diese Siedler gekommen sind, steht nicht fest. Daß ein völkischer Gegensatz zwischen ihnen und der einheimischen säch- sischen Bevölkerung bestanden und sich noch länger erhalten hat, dürfte nicht unwahrscheinlich sein. Daß es gerade Franken im engeren Sinne gewesen seien, ist nicht mit Sicherheit auszu- machen²³). Sachlich ist dies aber wenig von Belang. Unrichtig ist natürlich wieder die Behauptung M.'s(S. 144), daß ich die Frage, woher denn der Name Frankenberg stamme, einfach übergehe. Es genügt, wenn ich zur Widerlegung auf meine Bemerkungen ZaRG. 47, S. 291 Anm. 3, 301 f.; NsJ. 6, S. 49 51, verweise.

Daß diese Niederlassung, um die Pfarrkirche St. Petri und Pauli auf dem Frankenberge belegen, ursprünglich räumlich von der Marktsiedlung geschieden war, scheint mir gegenüber der schwan- kenden Stellungnahme M.s(S. 142) nach dem völlig eindeutigen topographischen Befund, namentlich im Hinblick auf die Führung der weit nach Westen hin ausgezogenen und gerade noch mit der Turmwand der Kirche abschließenden Stadtmauer unbestreitbar zu sein. Und weiter findet diese Ansicht eine gewisse Bestätigung in den Nachrichten über die kirchlichen Verhältnisse, die am Frankenberge eine für sich stehende Pfarrgemeinde und deren Exemtion von der Gerichtsbarkeit des Goslarer Archidiakons er- kennen lassen. ²⁴)

Abwegig sind die Ausführungen M.'s(S. 143/4), daßein grö- Berer Unterschied als zwischen der westlichen und östlichen Hälfte des Frankenberger Sprengels kaum erdacht werden könne, da es sich in dem einen Fall um die kleinen Wohnungen der Bergleute. im anderen aber um die stattlichen Wohnsitze vornehmer Bürger in Gestalt der hier nachweisbaren Kemenaten handele. Als eine solche Kemenate nennt M. das Wohnhaus des Bürgermeisters Kerstian Balder auf der westlichen Seite der Schreiberstraße, also nahe der Ostgrenze des Frankenberger Bezirks. Aber diese Nach- richt fällt in das Jahr 1528(1) und schon Jahrzehnte vorher sind, wie bereits Borchers ²⁵) hervorgehoben und wie ich selbst weiter dargelegt hatte,²⁶) Höfe von Adelsfamilien an anderen Stel- len des Bezirks und in unmittelbarer Nähe der Kirche selbst be- zeugt, sodaß auch dieser Gesichtspunkt versagt.