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ferner ausführt, daß von einer inneren Zusammengehörigkeit der neuen und der alten Siedlung im Bergdorf, vor allem aber von ihrer Vereinigung zu einer Stadt, wie Zycha und ich sie an- nähmen, keine Rede sein könne, da die Stadt Goslar eine beson- dere Stadt dicht vor ihren eigenen Toren schwerlich geduldet hätte(S. 156), so ist es nicht leicht, damit eine klare Vorstellung dessen, was M. meint, zu verbinden. Mit einem Zusammenwachsen des Bergdorfs der Bergleute und der Bergherren. wie sie M. an- scheinend in erster Linie im Auge hat, ¹⁸) habe ich selbstverständ- lich nicht gerechnet, da ich ja das Vorhandensein einer Sonder- siedlung der Bergherren in der von M. unterstellten Art schlecht- hin ablehne ¹⁹). Was aber das Verhältnis der Stadt Goslar zu dem Bergdorf überhaupt anbelangt, so handelt es sich um das gleiche Problem, das ebenfalls anderweit bei bergmännischen Nieder- lassungen neben einem städtischen Gemeinwesen auftaucht, näm- lich um die Frage, welche der beiden Siedlungen den Verlauf der weiteren Entwicklung bestimmen sollte, m. a. W. ob Goslar zur Bergstadt werden oder ob die Bergsiedlung von dem städtischen Gemeinwesen aufgesogen werden sollte, eine Frage, die in Goslar im Sinne der letztgedachten Alternative entschieden ist.“ 20) Das ist natürlich etwas ganz anderes als das, woran M. bei seinen Be- merkungen S. 155/6 denkt, bei denen er infolge seines verfehlten Ausgangspunktes garnicht zu einer befriedigenden Lösung gelan- gen kann.
Damit können die Erörterungen über die beiden Bergdörfer M.'s bei Goslar abgeschlossen werden, zumal auch das, was M. in diesem Zusammenhang(S. 165/8) über die„völlig planmäßige Anlage der Herrensiedlung“ und über die Zustände in Gittelde bei- bringt, in keiner Weise zur Klärung der Sachlage beisteuert ²¹⁷
2. Der Frankenberg.
Daß bei der Niederlassung um den Frankenberg bei Goslar ebenfalls mit einer älteren bergmännischen Siedlung zu rechnen ist, wie M. mit Emphase hervorheht, ist richtig, aber von der früheren Forschung keineswegs unbeachtet geblieben. Es liegt nahe, anzu- nehmen, daß die Siedlung entstanden ist im Zusammenhang mit den Veränderungen der Betriebsweise am Rammelsberge, die durch den Ubergang vom Tagebau zum Tiefbau bedingt wurden, und die den Einsatz geschulter Bergleute freien Standes erforderlich mach-


