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Betrachtungen zur Siedlungsgeschichte und zum älteren Bergwesen von Goslar ; mit einer Urkundentafel / von Karl Frölich
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Spuren fränkischen Einflusses im Harzvorlande beigebracht habe, ¹¹) und weiter auf die in die gleiche Richtung weisenden Er- örterungen, die der eigentümlichen Rechtsstellung der in der Früh- zeit Goslars eine große Rolle spielenden Familie von dem Dike galten. ¹²) Was die Bemerkungen M.'s über das Martinspatrozinium der Johanniskirche im Bergdorf anbetrifft, so sind dabei die Dar- legungen von E. Hennecke, die M.(S. 127) erwähnt, und die das Martinspatrozinium der Kirche erst mit Bischof Bernward (903 1022) verknüpfen, von mir nicht, wie es danach scheinen könnte, unbeachtet geblieben. Ich habe vielmehr ausdrücklich be- tont, daß ich in Abweichung von H. hier mit einerechten, d. h. in die karolingische Zeit zurückgehenden Martinskirche rechne. ¹³) Soweit es sich aber um die Bauformen dieser Kirche dreht, habe ich mich auf das frühere Vorbringen M.s selbst berufen, sodaß mir gerade M. hier kaum einen Vorwurf machen könnte. UÜberdies würde der jetzt von M. stark unterstrichene Umstand. daß bei der Ausgrabung des ottonischen Domes in Magdeburg eine entspre- chende Form auch in ottonischer Zeit festgestellt sei, nicht aus- reichen, die Gesamtheit der Schlußfolgerungen zu erschüttern, zu denen ich in Verbindung mit anderen Beobachtungen gelangt bin. ¹⁴)

Aber M. führt noch einen weiteren Gesichtspunkt ins Feld. Er entwickelt die These von dem Vorhandensein nicht nur eines Bergdorfes, sondern von zwei Bergdörfern am Fuße des Ram- melsberges, von denen das ältere nördlich der Kirche ursprünglich als Bergarbeiterdorf für die im Bergbau beschäftigten Hörigen des Königs begründet sei und in der Hauptsache die Wohnsitze der einfachen Bergleute enthalten habe. während das zweite, davon getrennte jüngere Bergdorf aufzufassen sei als eine südlich der Johanniskirche zu suchende Niederlassung der Berg- und Hütten- herren, deren Entstehung M. mit dem Wirken des 1160 1171 in Goslar bezeugten Dompropstes Adelog, des späteren Bischofs von Hildesheim, in Verbindung bringt.

M. bemerkt und hierin ist ihm ohne weiteres beizutreten, qaß er bisher für diese Ansicht wenig Zustimmung gefunden habe. Den Ausgangspunkt bildet für ihn die Tatsache, daß in dem älte- sten Güterverzeichnis des Domstifts vom Ende des 12. Jahrhun- derts eineHerrenstraße im Bergdorf genannt wird, an der 24 Grundstücke lagen, die von dem Dompropst Adelog im Austausch