Druckschrift 
Betrachtungen zur Siedlungsgeschichte und zum älteren Bergwesen von Goslar ; mit einer Urkundentafel / von Karl Frölich
Entstehung
Seite
9
Einzelbild herunterladen

9

der von M. gewählten, an sich nicht sachgemäßen Einteilung zu den Behauptungen M.'s Punkt für Punkt Stellung zu nehmen und ihre Unrichtigkeit darzutun. Das hätte aber zu beständigen Wie- derholungen genötigt und wäre schließlich ebenfalls der Gefahr einer ermüdenden Eintönigkeit nicht entgangen. So erschien es mir richtiger, das Vorbringen M.'s nach sachlichen Gesichts- punkten zu ordnen und es so zu würdigen. Demgemäß wird zu- nächst das behandelt, was zu den Ausführungen M.'s über die siedlungsgeschichtlichen Grundlagen der Entwicklung zu sagen ist. Sodann wird das Goslarer Münzwesen, soweit es nicht rein technischer Natur ist, gestreift. Und endlich werden Bergwerks- verfassung und Hüttenwesen der älteren Zeit im Zusammenhang betrachtet.

III. Einzelheiten.)

a) Siedlungsgeschichtliche Grundlagen.

Ihnen gelten vor allem die Abschnitte 1, 3 6 und 9 des M.'schen Aufsatzes.

1. Das Bergdorf.

Im Einklang mit mir erblickt M. in dem Bergdorf am Ram- melsberge die älteste Siedlung von Goslar. Einverständnis besteht auch darüber, daß das Bergdorf eine mit dem Bergbau zusammen- hängende Niederlassung war. M. beanstandet aber, daß ich die Nachrichten bei Seite lasse, die sich bei Widukind von Corvey und bei Thietmar von Merseburg fänden und die der Entdeckung von Silberadern im Sachsenlande zu den Zeiten Ottos II. gedächten. Wie aber M. selbst bemerkt, verlege ich die Anfänge Goslars in die karolingische Zeit, wobei ich mich allerdings keineswegs, wie M. es darstellt, allein auf die Zurückführung der Johanniskirche im Bergdorf auf eine ehemalige fränkische Martinskirche und auf den baulichen Befund bei den Ausgrabungen dieser Kirche im Jahre 1925 gestützt habe. Ich habe vielmehr daneben noch auf eine An- zahl anderer Gesichtspunkte hingedeutet, die dazu nötigen, den Ursprung Goslars schon in eine frühere Zeit als die der Ottonen zu verlegen. Es mag genügen, wenn ich mich hier zur Vermeidung von Wiederholungen auf das beziehe, was ich bei einer Auseinan- dersetzung mit W. Lüders in eingehender Betrachtung über die