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sung erkennen lassen, steht er fast durchweg im Banne vorge- faßter Meinungen und versucht er, von diesem Standpunkt aus alles zusammenzutragen, was sich aus den vorhandenen Nachrichten für seine Ansichten entnehmen läßt, ohne auch die Gegengründe entsprechend zu würdigen. Hat er zufällig das Rechte getroffen, so ist es durchaus möglich, daß dabei etwas Brauchbares heraus- kommt. Greift er aber fehl, so führt diese Methode zwangsläufig zu Ergebnissen, die nur als ein Zerrbild des tatsächlichen Gesche- hens zu bezeichnen sind. Ein Beispiel dafür bietet etwa die Schil- derung, die er von der Stellung der Montanen und Silvanen in Goslar und von der Entstehung der angeblichen Goslarer Großge- werkschaft von 1157 sowie ihren späteren Schicksalen entwirft. Sie unterscheidet sich übrigens kaum von dem, was M. bereits früher vorgebracht hatte und was von mir schon vor Jahrzehnten*) als unzutreffend abgelehnt war.
Hinzufügen muß ich noch, daß M. verschiedentlich meine Dar- legungen falsch wiedergibt und daß sich die immer wieder betonte Gegensätzlichkeit zwischen seinem und meinem Standpunkt nicht selten daraus erklärt, daß M. inzwischen die zunächst von ihnt selbst vertretenen Ansichten geändert hat und erst damit die Grundlage für die mir zugeschobenen Fehldeutungen gewinnt, die aber keineswegs als solche anzuerkennen sind. ⁰)
Erschwert wird die Auseinandersetzung mit M. durch den nicht sehr glücklichen Aufbau seiner Arbeit. Hier werden nacheinander in 12 Abschnitten besprochen: 1. das Bergdorf, 2. die Sachsen- und Otto Adelheid-Pfennige, 3. die Siedlung Frankenberg, 4. die Markt- siedlung, 5. die Stadtgründung, 6. das Bergdorf der Berg- und Hüttenherren, 7. der Vergleich der Berg- und Hüttenherren mit den Gilden, 8. die Großgewerkschaft und die Verwaltung des Berg- und Hüttenbetriebes, 9. die Lage und Anlage der beiden Berg- dörfer, 10. die Neuordnung der Verwaltung von Bergwerk und Hütten, 11. die Verwaltung des Betriebes durch den Erzpriester Benno und 12. die Gründung der Münzergilde. So ergibt sich von vorneherein eine wenig übersichtliche Gliederung, deren Mängel auch durch die Zusammenfassung am Schluß nicht behoben werden.
Eine einheitliche Linie ist höchstens insofern gegeben, als es M. offenbar darauf ankommt, ungefähr alles, was ich bisher zur Geschichte Goslars vorgetragen habe, als völlig abwegig zu kenn- zeichnen. Meine Absicht ging deshalb zunächst dahin, an der Hand


