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zuſammenzulegen und in 2 gleiche Teile zu teilen und dem Entwurf I und IV je einen dieſer 2 Preiſe in Höhe von 1250 Mk. zuzuerkennen.
Den 3. Preis erkannte das Preisgericht dem Entwurf III zu und beſchloß, den ſtädtiſchen Kollegien vorzuſchlagen, für den Ankauf des Entwurfs II den Betrag von 500 Mk.— gleich dem 3. Preiſe— zu bewilligen, da auch dieſer Entwurf im einzelnen recht brauchbare und glückliche Gedanken aufweiſt, und der Verfaſſer nach den Wettbewerbsnormen eigentlich Anſpruch auf eine Entſchädigung hat.
Die alsdann erfolgte Eröffnung der Briefumſchläge ergab als die Verfaſſer des Entwurfs
I Kennwort„Thalia“: Die Architekten Fellner& Helmer, Wien und Hans Meyer, Gießen III Kenntwort„Semper“: Architekt Tittrich, München IV Kennwort„ſtrahliger Stern“(gezeichnet): Profeſſor Martin Dülfer, München.
Der Briefumſchlag zum Entwurf II, Kennwort„Zwei Welten“ wurde vorerſt noch nicht eröffnet.
Zum Schluſſe trat das Preisgericht noch in eine Prüfung der Frage ein, welche Stellung des Theatergebäudes auf dem Grundſtück empfohlen werden ſollte.
Nach eingehender Erörterung an Ort und Stelle kam man zu der Überzeugung, daß ſowohl die Lage parallel zur Südanlage, wie auch diejenige parallel zum Neuenweg praktiſch möglich iſt, ſowohl bei Anlage eines geſchloſſenen Baues, wie bei der Anlage eines durch die ſeitliche Lage des Kuliſſenmagazins gruppierten Baues, da letztere bei beiden Richtungen der Hauptachſe in die Nähe der Johannesſtraße gelegt werden kann.
Da jedoch die Entſcheidung über die Wahl des auszuführenden Projektes noch offen iſt, weil keiner der Entwürfe unmittelbar zur Ausführung reif iſt, und eine genaue Abſteckung des Baues auf dem Bauplatz hiernach zunächſt nicht angebracht erſchien, beſchloß das Preisgericht, dieſe Frage offen zu laſſen und ein Urteil über die Stellung des Baues nicht abzugeben.
Gießen, den 19. Mai 1905. Kullrich. Braubach. Bücking. Fromme.
L. Georgi. Gerbel. Haubach. Mecum. Schaffſtäcdt. Steingoetter. H. CTlinn.
J. Weinert, Buchdruckerei, Gießen.


