und Gunſt getragen, ſteht er im 79. Jahre noch wetterfeſt und ungebrochen da. In einer Regung von Nationalſtolz wird man ſich leicht beſtimmen laſſen, das Anathem über den grundſatzloſen Mann auszuſprechen, aber man wird zu einer milderen Beurtheilung ſeines Thuns und Laſſens ge⸗ langen, wenn man darauf Bedacht nimmt, daß es die Ideen zahlreicher großer und kleiner deutſcher Politiker waren, zu deren Dolmetſcher er ſich machte. Man vergegenwärtige ſich nur die Worte und Thaten des Hiſtorikers Johannes v. Müller, man rufe ſich die Antwort des deutſchen Königs von Sachſen auf die Anſprache des Dresdener Magiſtrats ins Gedächtniß zurück:„An ihn, den Sieger von Lützen, richtet euren Dank; Er rettete Sachſen und befreite Deutſch⸗ land von ſeinem Untergange!“
„Mit einem frohen Bewußtſein“, ſchließt Crome ſeine Lebensbeſchreibung,„blicke ich nun auf mein bisheriges Leben zurück, welches zwar durch mancherlei Stürme ſehr bewegt, aber auch nicht arm an Erfahrungen und Begeben⸗ heiten war, deren Erinnerung mir Freude gewährt; auch ſchmeichle ich mir, als öffentlicher Lehrer ſowohl wie auch als Schriftſteller ſagen zu dürfen: non omnis moriar!“
Blücher in Gießen. Ein Stimmungsbild aus den Freiheitskriegen. Von Alfred Bock.
II.
Auf Blüchers Befehl begab ſich Steffens von Gießen in das Königreich Weſtfalen, um dort für die nationale Erhebung zu wirken und die Bürger gegen die franzöſiſchen Eindringlinge zu bewaffnen. Schon in Marburg, erzählt Steffens, empfing ihn, im Gegenſatz zu Gießen, jubelnde Begeiſterung. Kaum hatte ſich dort abends die Nachricht ſeiner Ankunft verbreitet, als ihm die Bürger⸗ und Stu⸗ dentenſchaft einen ſolennen Fackelzug brachte. Die An⸗
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