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Vorlage über die Kanalisation der Stadt Gießen / der Oberbürgermeister: Gnauth
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nicht nur die Bewohner des betreffenden Grundſtücks treffen, ſo daß der befürwortete Zwang wohl berechtigt erſcheint. Ich empfehle alſo, die Einführung von Waſſer⸗ kloſets und den Anſchluß derſelben an das Kamalſyilein⸗ ſowie die innerhalb einer nicht zu knapp zu bemeſſenden Friſt zu bewirkende Beſeitigung, bezw. Verfüllung der vorhandenen Abtrittsgruben obligatoriſch zu machen.

Zu wählendes Kanaliſationsſyſtem.

Die Frage, welches Syſtem der Kanaliſation für Gießen gewählt werden ſoll, iſt diejenige, welche zweifellos in dem gegenwärtigen Stadium der Angelegenheit die wichtigſte, zugleich aber auch die am ſchwierigſten zu beantwortende iſt. In Deutſchland haben die zur ſyſtematiſchen Kanaliſation übergegangenen Städte, nach dem Beiſpiele von Hamburg, Danzig, Berlin uſw., faſt durchweg das Syſtem der ſogenannten einheitlichen Schwemmkanaliſation gewählt, bei welchem ein und dasſelbe Kanalnetz nicht nur die ſämtlichen häus lichen Abwäſſer mit Einſchluß der Fäkalien und die Abwäſſer der induſtriellen Betriebe, ſondern auch die Regen⸗ wäſſer aufnimmt. In der That ſind denn auch die beiden erſten für Gießen auf geſtellten Kanaliſationsprojekte, dasjenige von Steuernagel(1889/90) und dasjenige von Lindley(1895) nach dem Prinzip dieſer einheitlichen Schwemmkanaliſation auf⸗ geſtellt. Neuerdings iſt nun aber auch in Deutſchland die Aufmerkſamkeit in hohem Grade auf das ſogenannte Trennſyſtem gelenkt worden, welches die nur zeitweiſe in Betracht kommenden, dann aber auch die Kanäle nicht ſelten in außerordentlichem Maße belaſtenden Meteorwäſſer von dem Schmutzwaſſer-Kanalſyſtem mehr oder weniger vollſtändig ausſchließt, dieſelben vielmehr, ſei es oberflächlich, ſei es durch ein zweites Netz von Kanälen, auf kürzeſtem Wege den Flußläufen zuführt. In England iſt dieſes ſogenannte Trennſyſtem ſchon im Jahre 1848 in mehr als 10 Städten eingeführt geweſen, und ſeit 1891 haben dort nicht weniger als 40 Städte die Genehmigung zu Anleihen behufs Einführung dieſer Art von Kanaliſation er⸗ halten. Eine Kommiſſion hervorragender Sachverſtändiger, welche im Anfang des laufenden Jahres 10 engliſche, mit Trennſyſtem verſehene Städte, darunter große und kleine, Fabrikſtädte und Städte mit Villen- und Vorortcharakter, teils an ſere reichen, teils an waſſerarmen Flüſſen gelegen, beſucht hat, faßt die Ergebniſſe ihrer Beſichtigungen etwa folgendermaßen zuſammen: Ueberall ſind es ökonomiſche Rück⸗ ſichten geweſen, die zur Einführung des Trennſyſtems geführt haben, und nirgends hat man ſich nach den eingezogenen Erkundigungen über die zu erwartenden Er ſparniſſe getäuſcht. Man ſparte bei der Anlage und dem Betrieb neuer Pumpen ꝛc., bei der Anlage und dem Betrieb von Rieſelfeldern und Klärwerken und bei den Erbauungskoſten neuer Siele. Letzteres war ſelbſt da der Fall, wo neue große Regenſiele gebaut werden mußten, weil ihre Länge nur kurz bemeſſen zu werden brauchte, und weil ſie nicht wie die Schmutzwaſſerſiele in gemeinſchaftlichen großen Stammſielen zuſammengefaßt und zu den oft weit entfernten Pumpſtationen und Reinigungsanſtalten fortgeleitet zu werden brauchten, ſondern auf dem nächſten Wege einem Waſſerlauf zugeführt werden konnten.

In techniſcher Beziehung haben ſich nach den Ermittelungen der Kommiſſion nirgends Unzuträglichkeiten im Betriebe der getrennten Kanaliſation ergeben. Nur in einem Falle, wo die Neigung der Regenſiele geringer war, ſind gelegentlich Ver ſtopfungen dieſer Siele beobachtet worden. Der Gefahr einer Verunreinigung der Waſſerläufe durch die ungereinigt abgeleiteten Straßen- und Dachwäſſer wurde nirgends Bedeutung beigemeſſen. Selbſt in London will man neuerdings bei weiterer Ausdehnung der Stadt das Trennſyſtem für die neuen Gebiete in Erwägung ziehen.

Zum teil ſind übrigens, wie mit Rückſicht auf unſere Verhältniſſe beſonders hervorgehoben ſei, die hier in Betracht kommenden engliſchen Städte derartig kanali⸗ ſiert, daß nur einzelne Stadtteile mit dem Trennſyſtem, andere dagegen mit dem einheitlichen Schwemmſyſtem ausgeſtattet ſind. Auch iſt die Durchführung des Trenn⸗ ſyſtems vielfach inſofern keine ganz ſtrenge, als das Meteorwaſſer von der Rückſeite der Häuſer und von den Höfen mit in die Schmutzwaſſer⸗Kanäle gelangt.

In Deutſchland, wo bisher nur einige wenige Städte, und auch dieſe faſt durchweg nur in einem Teile ihres Umfanges die Regenwäſſer in beſonderen Kanälen abgeführt haben, ſteht man neuerdings entſchieden dem Trennſyſtem freundlicher gegenüber als das bis dahin der Fall war. Doch gehen immerhin die Anſichten über die finanziellen und ſonſtigen Vorteile des Syſtems, namentlich unter den Tech⸗