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Vorlage über die Kanalisation der Stadt Gießen / der Oberbürgermeister: Gnauth
Entstehung
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zum Teil wieder aufgehoben durch die Notwendigkeit eines zweiten, wenn kleineren Siels für die Schmutzwäſſer. Nach dem Voranſchlag würde ſich aber Projekt trotz der doppelten Siele und bei gleicher Ausdehnung, wie Projch weſentlich billiger ſtellen. Die Berechnung erſcheint richtig und wird beſtätigt, noch günſtiger, ſobald man die Meteorwäſſer teilweiſe oberirdiſch abführen kann⸗ in Straßen ſtärkeren Gefälles unbedenklich erſcheint. Für die Ableitung der u

ſehr geringen Menge der Schmutzwäſſer und Fäkalien iſt wie beim kombin Syſtem ein zuſammenhängendes Sielnetz vorgeſehen, deſſen geringere 8.

ſchnitt-Dimenſionen eine geringere Tiefenlage erfordern.

Für die Entwäſſerung der tiefſten Teile der Stadt(Tiefenweg, Mühl Teile der Kaplansgaſſe, Löwengaſſe und Bahnhofſtraße), die nach dem Projet 2,5 ha begrenzt ſind, iſt einbeſonderes Regenwaſſerſiel vorgeſehen. Dasſelbe längs des Stadtbachs, durch die Schanzenſtraße, die Weſtanlage und den§. bis zur Vereinigung der Wieſeck mit der Lahn geführt werden und in rd. 23 Pegelhöhe(+ 154,50 N. N.) ausmünden. Bei Waſſerſtänden über 2,60 m am! pegel ſoll dies Regenſiel an der Mündung geſperrt und mit dem Hauptſiel finr Schmutzwäſſer vereinigt werden. Alsdann würde die künſtliche Hebung des In beider Siele notwendig. Das in die tief gelegenen Keller der inneren Stad eindringende Grundwaſſer will Herzberg im Anſchluß an das Schmutzwaſſerſiel an das beſondere Regenſiel ableiten, da wie er ſagtedieſes durchſichm Grundwaſſer in den Kellern geringfügig ſei und in der Regel ſchon mittelſt! ſchöpfen beſeitigt würde.

Ob ſich dieſe Maßregeln für die ganze innere Stadt mit Erfolg durchiü laſſen und nicht eine Verſchlechterung der jetzigen, noch immer erträglichen Ve niſſe herbeiführen würden, iſt nicht nachgewieſen und erſcheint zum mindeſten zweifll

Als mangelhaft und auch techniſch ſchwer durchführbar muß es dei werden, daß in dieſem Projekt alle, auch die engſten Straßen der Altſtadt, zu vorhandenen Leitungen für Gas und Waſſer noch zwei Siele, alſo zwei miß Leitungen mit all den vielen Abzweigungen, einige Straßen ſogar dreis erhalten ſollen! Man bedenke die erforderlichen vielen Aufbrüche in engen Stuu die für den Verkehr in höchſtem Grade läſtig und hinderlich ſind!

Wahl des Syſtems.

Nach dieſen Betrachtungen erſcheint keines der vorliegenden drei Puß für die Ausführung ohne weiteres geeignet. Der Entſcheidung der ganzen 1 muß diejenige der Wahl des Syſtems vorausgehen. Zu dieſem Zweck ſind in folgender Ueberſicht die Vorteile und Nachteile deskombinierten und desgeut ten Syſtems, unter ſpezieller Berückſichtigung der Verhältniſſe der Stadt Gidh zuſammengeſtellt. Dabei kommen diepneumatiſchen Syſteme, als Unterglieden vorbenannten zwei Syoſteme, zunächſt nicht in Betracht.(Vgl. die Ueberſicht Schluß dieſer Anlage.)

Wie erſichtlich, haben beide Syſteme in ihrer Anwendung auf die 5 Gießen große Vorzüge und Nachteile. Da die Stadt ſowohl topographiſch wie übrigen eines einheitlichen Charakters entbehrt, ſo iſt es nötig, bezirksweiſt verfahren. Es genügt, zwiſchen derinneren Stadt(Altſtadt), wie ſolche vom 5 ringgraben umgrenzt wird, und denäußeren Stadtteilen zu unterſcheiden. erſte Bezirk iſt räumlich feſt begrenzt, der zweite in der Erweiterung begriffen. empfiehlt ſich, den letzteren Bezirk zuerſt zu betrachten.

Aeußere Stadtteile. Die mäßige Ausdehnung der Stadt, ihre weiträumige Bebauung, der gelt Verkehr der äußeren Stadtteile, die günſtigen Gefälle der Bebauungsgebiete im 8 Süden und Südweſten, die Rezipienten von Klingelbach, Wieſeck und Lahn in ie Bereich, alle dieſe Faktoren ſprechen für das Trennun gsſyſtem. Auch he niſch kann man dasſelbe nicht für nachteilig erklären, da in Gießen eine gern Abfuhr der auf die Straßenoberfläche gelangenden Schmutzſtoffe beſteht und nöll falls noch intenſiver betrieben werden kann. In dem Maße, in welchem mit ſ ſchreitender Kanaliſation die chauſſierten Straßenſtrecken durch Pflaſterbahnen werden, wird die Reinhaltung der Straßen erleichtert; die Abſchwemmung derſt nach den offenen Waſſerläufen erſcheint daher unbedenklich, umſomehr, als ihr Beſi teil an organiſchen Stoffen relativ ſehr gering iſt.