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ſogen.„Sturzregen“. Es ergab ſich daher die Notwendigkeit, ſie mit gewiſſen 8 heitsventilen zu verſehen, welche als ſogen.„Notausläſſe“ das nach Füllung Kanäle noch andrängende Waſſer ſeitlich nach dem nächſtgelegenen Rezipienten(— Graben, Bach oder Fluß) ableiten. Dabei wird aber dieſen, vielfach innerhalh Städte liegenden Rezipienten auch ein Teil der„Schmutzſtoffe“ zugeführt, alſog Dinge, welche durch die Kanaliſation dem menſchlichen Auge möglichſt raſch ent werden ſollten. Trotz dieſes offenbaren Mangels hat eine ganze Anzahl meiſt griß Städte ſich dieſes„kombinierten Schwemmſyſtems“ mit relativ gutem Erfolg beid Die Entwäſſerung einer Stadt nach dem„kombinierten Syſtem“ odan wie es die Franzoſen nennen— dem Syſtem„tout à l'égout“ empfiehlt ſich,; der Kanalinhalt mit natürlichem Gefälle einem waſſerreichen oder ſtarkſtrömg Fluſſe zugeführt werden kann oder wenn ſich in der Nähe der Stadt geeignete La reien zur dauernden Aufnahme der geſamten Spüljauche vorfinden, ſogen.„R felder“. Wo dieſe günſtigen Umſtände fehlen, geſtaltet ſich die Durchführung kombinierten Syſtems ſchwierig und teuer im Bau und im Betrieb.
Das Trennungsſyſtem.
Eine andere Art der Entwäſſerung iſt diejenige nach dem ſogen.„Trennu ſyſtem“. Nach dieſem werden ſämtliche Schmutzwäſſer und Fäkalien aus den raiten in einem, und die meteoriſchen Niederſchläge von Straßen, Dächern! Höfen in einem zweiten Röhrenſyſtem abgeleitet, das von dem erſteren 4 getrennt iſt. Hierbei wird ermöglicht, die Tagewäſſer je nach den örtlichen Ver niſſen ganz oder zum Teil oberirdiſch abzuleiten, unur die Koſten der Entwäſſenn erheblich geringere werden. Auch dieſes Syſtem iſt nicht neu und ſchon frühe England, Amerika und an einigen Orten in Deutſchland erprobt worden. ſchenkt demſelben neuerdings faſt allenthalben mehr Aufmerkſamkeit in dem M in welchem auch die mittleren und kleineren Städte die Vorteile einer ſyſtematiſ Entwäſſerungsanlage ſchätzen lernen und zu erlangen ſuchen, aber nicht immen der Lage ſind, die verhältnismäßig großen Ausgaben für ein„kombiniertes Syſte ohne Nachteil zu ertragen. Die Vorteile dieſes Syſtems ſind jedoch ſehr abhän von den örtlichen Verhältniſſen.
Die pneumatiſchen Syſteme.
Von ſonſtigen Syſtemen der Entwäſſerung ſind die„pneumatiſchen Syſten zu erwähnen, welche ſich der„Druckdifferenz“ zwiſchen einem künſtlich erzeug Vakuum und der Atmoſphäre oder zwiſchen der letzteren und gepreßter Luft als bewegende Kraft bedienen. Nach den Erfindern werden dieſe Syſteme als „Liernur'ſche“ bezw.„Shone'ſche Syſtem“ benannt. Beide haben bisher nur ſehr beſchränktem Maße an Orten mit ganz beſonderen Verhältniſſen Anwende gefunden.
Syſtem„Shone“ insbeſondere.
In den letzten Jahren hat man dem„Shone'ſchen Syſtem“ erk höhte merkſamkeit geſchenkt, und es ſind ſeit den befriedigenden Ergebniſſen der Verſu anlage in der Berliner Gewerbe-Ausſtellung von 1896 einige Anlagen nach dic Syſtem auch in Deutſchland ausgeführt worden oder in Ausführung begriffen, in Harburg, Elbing, Allenſtein i. Oſtpr., im Militärlager„Lechfeld“ bei Augsburguſ
Danach werden die Kanalwüäſſer nach einigen, über den Stadtbezirk verteil Tiefpunkten geleitet, an welchen unterirdiſch kleine gußeiſerne Sammelbehälter i 300 bis 600 1 Faſſungsraum eingebaut ſind. Der Inhalt dieſer Behälter wird u jedesmaliger Füllung automatiſch mittelſt Preßluft nach dem Hauptſiel gehoben u durch dieſes nach dem Beſtimmungsort gedrückt. In dieſen ſogen.„Ejektor⸗Station ſollten zur Sicherheit je zwei Apparate(Ejektoren) aufgeſtellt werden, wenn ne Gefahr begegnen will, daß die Anlage in kritiſcher Zeit ganz oder zum Teil verſe
Beſondere Zwecke der Kanaliſation.
Jede ſyſtematiſche Entwäſſerungsanlage bezweckt die Verbeſſerung der Ge
heitsverhältniſſe einer Stadt in verſchiedener Weiſe. Als Hauptgrundſatz hat di zu gelten:
„Eine richtige Kanaliſation muß ſämtliche Brauch⸗, Schmutz⸗ und 1
wäſſer auf dem kürzeſten und ſicherſten Weg aus dem Bereich der St


