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Vorlage über die Kanalisation der Stadt Gießen / der Oberbürgermeister: Gnauth
Entstehung
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mit dem Klingelbach 11 460 Hektar umfaßt. Das Entwäſſerungsgebiet des Klingel⸗ bachs umfaßt 1750 Hektar. Es ſind dieſe Flächen zu groß, als daß ſie einem ſtädtiſchen Entwäſſerungs⸗Syſtem zugeteilt werden könnten.

Die Uferverhältniſſe der Wieſeck ſind mit Bezug auf Hochwaſſer derart, daß die Wieſeck als ein Abfluß betrachtet und behandelt werden kann, welcher auch beim höchſten Hochwaſſer ſeinen Weg durch die Stadt nach der Lahn nimmt, ohne die übrige ſtädtiſche Entwäſſerung zu beeinträchtigen.

Bei dem Projekt iſt demnach das Wieſeckbett als ein derartiges bei Hoch⸗ waſſer aufgeſtautes Bachbett behandelt, welches das ausgedehnte, oberhalb gelegene Gebiet durch die Stadt hindurch mit der Lahn verbindet.

Auf dem Längenprofil der Wieſeck, Anlage 2, iſt der Verlauf des Hoch⸗ waſſers vom 31. October 1894 und der Einfluß des Rückſtaues der Lahn bei einem Waſſerſtand von 4.33 m am Lahnpegel bezeichnet. Es iſt hieraus erſichtlich, daß durch entſprechende Behandlung der Ufer und namentlich Sicherſtellung der Höhen⸗ lage bis über den höchſten Rückſtau aus der Lahn eine völlige Unabhängigkeit der übrigen Entwäſſerung der Stadt von den Waſſerverhältniſſen der Wieſeck erzielt werden kann.

Lahnwaſſerſtände.

Auf dem Längenprofil in Anlage 2 iſt diejenige Höhe bezeichnet, welche die Lahn am 1. Januar 1879 erreicht haben ſoll. Der weitere Verlauf dieſes Hoch⸗ waſſers oberhalb und unterhalb der Pegelſtelle iſt teils mit Bezugnahme auf die durch Aufnahmen feſtgeſtellte Hochwaſſerlinie des 1. November 1894 ſoweit wie möglich durch Berechnung, teils durch nachträgliche Erhebungen, durch Zeugen und Aufnahmen der ermittelten Höhen feſtgeſtellt und eingetragen worden. Hiernach hatte das Hochwaſſer am Lahnpegel im Jahre 1879 die Höhe von 5.25 m erreicht; es entſpricht dies 157.14 N. N.

Die Tiefpunkte der Stadt liegen

am Tiefenweg auf..... 156.84 m(+ 4.95) und 156.54 m(+. 4.65) in der Bahnhofſtr., Ecke Löwengaſſe, auf+ 156.72(+ 4.83) in der Kaplansgaſſe auf.... 156.80( 5.00)

am Neuweger Thor, Ecke des Neuenwegs+ 156.97(+ 5.08)

Hieraus geht hervor, daß eine Entwäſſerungsanlage, die dieſem Stadtteil auch bei Hochwaſſer der Lahn einen entſprechenden Abfluß gewähren ſoll, unbedingt auf eine künſtliche Vorflut, d. h. auf Pumpenbetrieb, angewieſen iſt.

Dieſes Erfordernis ergiebt weiter die Notwendigkeit, alle jene Entwäſſerungs⸗ flächen, welche infolge ihrer Höhenlage vom Hochwaſſer unabhängig ſind, von den tiefer gelegenen Gebieten abzutrennen und in ſolcher Weiſe abzuleiten, daß ſie bei Hochwaſſer durch Notausläſſe unmittelbar in die Lahn entwäſſert werden können, wodurch das untere Gebiet ſoweit wie möglich eingeſchränkt wird, und die zu deſſen Entwäſſerung erforderlichen künſtlichen Mittel auf das unbedingt nötige Maß be ſchränkt werden. Dies ergiebt die Trennung des Entwäſſerungsnetzes in einOberes und in einUnteres Syſtem.

Trennung in Oberes und Unteres Syſtem. Die Hauptſiele desOberen Syſtems würden an zwei Stellen Notausläſſe nach der Lahn erhalten, und zwar 1. an der Mündung der Wieſeck in die Lahn, und 2. am Flutgraben, ca. 1200 m oberhalb der Lahnbrücke. Das Hochwaſſer der Lahn liegt an erſterwähnter Stelle auf+ 5.25 m 1.. P. Als die Höhe jenes Straßenzuges, welcher für ſeine Entwäſſerung vom Hochwaſſer unabhängig iſt, iſt im allgemeinen eine Terrainhöhe von 2 bis 3 m über das Hoch⸗ waſſer, demnach 7.25 bis 8.25 m über Lahnpegel angenommen. Hierdurch beſtimmt ſich die Trace des die ſüdliche und öſtliche Umgrenzung des unteren Gebiets bildenden Hauptſiels des oberen Syſtems. Dieſelbe verfolgt von der Bahnhofſtraße die Alicen ſtraße auf eine Strecke von ca. 400 m, zieht dann rechtwinkelig unter dem Baublock und unter dem Bahnkörper der Oberheſſiſchen Bahn hindurch nach dem unterſten Riegelpfad und verfolgt dieſen zur Stephanſtraße. Alsdann kreuzt die Trace wieder den Bahnkörper und verfolgt die projectierte Parallelſtraße der Gießen Fuldaer Bahn bis zum Schiffenbergerweg, folgt dieſem nach Norden, zieht am zweckmäßigſten auf einer noch näher feſtzuſtellenden Linie durch Steins Garten und den Baublock