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Vorlage über die Kanalisation der Stadt Gießen / der Oberbürgermeister: Gnauth
Entstehung
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Anlage II.

Gedrängter Auszug

aus dem

Erläuterungsbericht des Stadtbauinſpektors Steuernagel in Röln

betreffend

die Kanaliſation der Provinzialhauptſtadt Gießen

Die

vom Juni 1800.

für das Entwäſſerungsprojekt aufgeſtellten Grundſätze und Annahmen.

Nach mehrmaliger Ortsbeſichtigung und Studium der einſchlägigen Verhält⸗

niſſe ſind für die Aufſtellung des Kanalprojektes nachſtehende Grundſätze und An⸗ nahmen als maßgebend erachtet worden:

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Sämtliche häuslichen Brauchwaſſer, die Fabrikwaſſer, ſowie die atmoſphäriſchen Niederſchläge ſind möglichſt am Orte ihres Eutſtehens durch geſchloſſene Rohr⸗ leitungen aufzunehmen und in der Regel vereinigt in einem Rohr in techniſch vollkommener und ſanitär befriedigender Weiſe thunlichſt raſch außerhalb des Stadtweichbildes zu führen.

Regen⸗ und Drainagewaſſer ſind nach Möglichkeit dem Kanalnetz fern zu halten und überall, wo dies angeht, direkt oder durch beſondere kurze Regen⸗ kanäle den beſtehenden Waſſerläufen zu überweiſen.

Alle Senken, offene Gräben ꝛc. werden dadurch in Wegfall kommen, und einer Verunreinigung der Luft, des Waſſers und des Untergrundes vor⸗ gebeugt.

Die Ableitung des Kanalwaſſers erfolgt direkt in die Wieſeck, reſpektive Lahn.

Auf eine Einführung der Fäkalien in die Kanäle kann zurzeit verzichtet werden.

Immerhin aber iſt bei Aufſtellung des Kanalprojektes auch auf eine Einführung der Abortſtoffe vorſorglich geeignete Rückſicht zu nehmen, da nicht ausgeſchloſſen iſt, daß mit dem Wachſen der Stadt und der Einführung und Vermehrung der Waſſerkloſets ſich die Schwierigkeiten, Unannehmlichkeiten und Koſten der Abfuhr dieſer Waſſer derartig vermehren, daß nach den Er⸗ fahrungen anderer Städte ein Ableiten derſelben in die Kanäle zur zwingen⸗ den Notwendigkeit werden kann. Auf die Größe und Konſtruktion der Kanäle iſt dieſes zwar ohne Einfluß, und kann die Einführung der Fäkalien jederzeit ohne techniſche Schwierigkeiten erfolgen, allein bezüglich der Anordnung des Kanalnetzes iſt auf dieſen Fall nach verſchiedener Richtung hin in geeigneter Weiſe Rückſicht zu nehmen, und es ſind dabei insbeſondere die folgenden Punkte zu beachten:

a. Für die Ausmündung der Kanaliſation muß eine paſſende Stelle gewählt

werden.

b. Es iſt ein Zuſammenführen aller Kanäle an einer Ausmündungsſtelle erforderlich oder doch für die Zukunft zu ermöglichen.

Man muß, um ſchon jetzt die Menge des zu pumpenden Waſſers möglichſt einzuſchränken, darauf rückſichtigen, daß alles reine Waſſer, wie Regen⸗ und Drainagewaſſer, thunlichſt von dem Kanalwaſſer getrennt wird. Man wird daher überall, wo dieſes nur möglich und thunlich iſt, dieſe Waſſer oberirdiſch oder durch beſondere kleinere Stich⸗Kanäle direkt den vorhan⸗ denen Waſſerläufen der Lahn und Wieſeck, ſowie dem Stadtgraben