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Gießener Studentenbriefe aus dem Jahre 1834 / von Wilhelm Rehmann
Entstehung
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Angelegenheiten in die Gegend von Alsfeld geschickt worden seil!! was mir aber die ganze Sache am Verdächtigsten macht, ist, dass mir mein Alter nicht sagen wollte, wer jener Bekannte gewesen, sondern hinzusetzte: wenn du dort Jemand kennst, der verdächtig sein sollte, dann warne ihn, aber thue es bei Zeiten ³³).

Sei so gut und beantworte mir ja recht bald diesen Brief. Ist Siebold wieder in Giessen?

6.

[Brief von Rosenstiel an Clemm:]

23. 10. 34.

Nachträglich zu meinem Brief von gestern.

Ich erkundigte mich gelegentlich nach Doctor Häuser und hörte, derselbe sei ein recht grosser Einfaltspinsel und auch ein Schisser von der ersten Sorte. Sein Hauptplan ist dermalen, den König von Baiern zu Rom zu ermorden. Er selbst bedankt sich aber für die Ehre. Ueberhaupt mögen wieder gescheite Sachen im Werk sein! Ich bitte Dich um Alles lasse Dich doch nur mit so dummen Leuten in nichts ein. Beständig lebe ich in der gröss- ten Angst um Dich, bedenke doch, dass du mehr werth bist, als dich über solche erbärmliche Wische, wie die waren, welche das arme Dambohrchen ³³) bei sich hatte, der Gefahr, abermals arre-

tirt zu werden, auszusetzen. Ich muss sagen, ich wäre zu stolz dazu, mich in diese kleinlichen Geschichten einzulassen.

7.

[Brief von Rosenstiel an Clemm:] 24/10. 34.

Deinen Brief durch Ludwig erhalten. Einige Worte konnte ich wegen der darauf liegenden Oblate nicht lesen.

Hast du meine beiden letzten Briefe vom zwei- und drei und zwanzigsten d. M. adressirt an Frau Krauskopf ³⁵) und Siebold erhalten?

Alles ist besorgt, die Presse wird in den nächsten Tagen ein sehr zuverlässiger Mann, Lythograph Schüler ³⁰) in seinem Namen

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