flation). Die fortſchreitende Inflation brachte in den Jahren 1922 auf 1925 einen Verfall der Vermögen und eine Verarmung faſt ſämtlicher Bevölkerungskreiſe; die Folge war, daß die Einrichtun⸗ gen der Studentenhilfe von etwa 75% aller Studierenden in An⸗ ſpruch genommen wurden. Es herrſchte ein Maſſenandrang bei den einzelnen Einrichtungen, dem dieſe kaum gerecht werden konn⸗ ten. Auch alle Gründungen von Werkbetrieben ſchienen unter dem Geſichtspunkt zu ſtehen, den großen Maſſen zu helfen, und alle Mittel, die damals noch reichlich floſſen, dienten nur dieſem Zweck.
Nun kam mit dem Jahr 1924 eine Stabiliſierung der Wirt⸗ ſchaftsverhältniſſe, es konnte wieder auf längere Sicht gearbeitet werden. Der Warenmangel war behoben, die unmittelbare Not der Maſſe ſchwand, die Anſprüche des einzelnen ſtiegen. Die Zu⸗ wendungen des Auslandes und der heimiſchen Wirtſchaft gingen erheblich zurück, und die Studentenhilfe wurde vor die Notwendig⸗ keit geſtellt, einerſeits die eigenen Einrichtungen einer ſtrengen Kontrolle ihrer Wirtſchaftlichkeit zu unterziehen und, alten guten Grundſätzen folgend, genaueſte Kalkulationen nach ſtreng kaufmãn⸗ niſchen Geſichtspunkten vorzunehmen, andererſeits ſich nach neuen Hilfsquellen umzuſehen. In der Fürſorgearbeit trat nun an die Stelle der Maſſenunterſtützung eine intenſive Einzelfürſorge bei ſorgfältiger Auswahl würdiger und bedürftiger Studenten. Hatten wir in den erſten Jahren eine Notwehrſtellung der geſamten Stu⸗ dentenſchaft gegen die ihre Exiſtenz gefährdenden Wirtſchafts⸗ erſcheinungen, ſo galt es jetzt eine Ausleſe zu treffen nach dem Wahlſpruch:„Die deutſchen Hochſchulen den Beſten der Jugend, allen Schichten des Volkes.“
Es vollzog ſich in den folgenden Jahren ein Reinigungsprozeß innerhalb aller Wirtſchaftseinrichtungen der Studentenhilfe. Be⸗ triebe, die ſich als lebensfähig und notwendig erwieſen, wurden ausgebaut und auf eine ſichere finanzielle Grundlage geſtellt. Da⸗ gegen wurde der Abbau beſonders jener Werkbetriebe energiſch durchgeführt, die ſich nicht aus ſich ſelber erhalten konnten, ſondern erhebliche Fuſchüſſe erforderten. Die dadurch erſparten Mittel konn⸗ ten der Einzelfürſorge zugeführt werden. Dieſe Umbildung er⸗ ſtreckte ſich auf mehrere Jahre. Auf die Veränderung in den ein⸗ zelnen Betrieben ſoll noch im beſonderen eingegangen werden. Vor⸗ her iſt noch kurz über die Entwicklung der einzelnen Amter in der Studentenhilfe zu berichten.
Das Wohnungsamt verlor im Laufe der Feit an Bedeutung, da das Angebot an Fimmern für Studierende ſtieg. Die Preiſe
14


