Gerätſchaften wurden beſchafft. Der Kohl wurde auf Ackerflächen angebaut. In dieſer nun ſehr erweiterten Gärtnerei wurde laufend eine große Anzahl von Studenten gegen Entgelt beſchäftigt. Dieſe traten mit Spaten und Harke an, gruben um, rigolten, in der Sonne nur mit Hoſen und Schuhen bekleidet. Wenn es Eſſens⸗ zeit war, kamen ſie dann mit hungrigen Mägen angezogen. Es war nicht immer leicht, mancher hat ſich die Arbeit bitteren Schweiß koſten laſſen.
Neben der Einrichtung und Vergrößerung der Werkbetriebe er⸗ wies ſich im Frühjahr 1925 ein weiterer Ausbau der ganzen Für⸗ ſorgetätigkeit als notwendig. Die Einzelfürſorge, die bis dahin durch die Geſchäftsführung erledigt wurde, arbeitete in der Folge als beſondere Abteilung unter der Leitung von Studenten. An Mitteln ſtanden dieſer Abteilung in der Hauptſache nur Mate⸗ rialien zur Verfügung(Sreitiſche, Stiefelſohlen, Bekleidung und Wäſche aus amerikaniſchen und engliſchen Liebeswerkſendungen). Dabei ſpielten naturgemäß die Freitiſche eine ſehr große Rolle. So wurden z. B. im Sommerſemeſter 1925 nicht weniger als 30 volle Freitiſche, 21 halbe und 25 ermäßigte Tiſche bewilligt. Dieſe Freitiſche waren zum Teil Stiftungen von heſſiſchen Gemeinden und Behörden und von Einzelperſönlichkeiten. Neben die Einzel⸗ fürſorge trat die Kranken- und Tuberkuloſenfürſorge. Sie ſtand unter der Leitung eines Arztes der Mediziniſchen Klinik und mehrerer meiſt nichtſtudentiſcher Ausſchußmitglieder und gewährte an kranke und unterernährte Studenten beſondere Lebensmittel⸗ zuweiſungen und koſtenloſe Ferienaufenthalte. Im Sommerſemeſter 1925 nahmen 30 Studenten am Krankentiſch teil; 306 Studenten konnten zur Erholung nach Bad⸗Nauheim, Schloß Elmau und aufs Land geſchickt werden. Zwei tuberkuloſe Kranke erhielten einen mehrmonatigen Sanatoriumsaufenthalt bewilligt.
Die ſtudentiſche Darlehenskaſſe gab an Studenten, die im Laufe eines Jahres mit ihrem Abſchlußexamen rechnen konnten, nach Maßgabe der wiſſenſchaftlichen Befähigung, der Würdigkeit und Bedürftigkeit größere Darlehen, die im allgemeinen in zehn Jahren rückzahlbar waren bei einer Verzinſung von 30% in den erſten fünf Jahren, und 6% in den zweiten fünf Jahren. Außerdem wurden aus den Mitteln der Studentenhilfe kurzfriſtige Darlehen gegeben.
Für Studenten aus dem beſetzten Rheinheſſen ſtanden zwei be⸗ ſondere Fonds zur Verfügung.
Das Arbeitsamt und das Wohnungsamt gingen im Frühjahr 1925 vom Allgemeinen Studentenausſchuß an die Studentenhilfe
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