armen Allenſteiner Verein losgelöſt war und faſt gänzlich auf die Unterſtützungen durch den heſſiſchen Staat und die heſſiſche Wirt⸗ ſchaft angewieſen war, aber dennoch der Verantwortung des Allen⸗ ſteiner Vereins unterſtand, dem auch die geſamte Einrichtung des Zeims gehörte. Ein Vergleich, der bald zuſtande kam, ließ das Heim an die Studentenhilfe übergehen; lediglich die Schweſtern⸗ ſchaft unterſtand noch dem Allenſteiner Verein und wurde jeweils von ihm ergänzt.
Des weiteren galt es, dem Studentenheim den Lebensmittelbezug zu erleichtern; die Studentenhilfe trat der Warenvermittlungsſtelle der Wirtſchaftshilfe als Genoſſenſchafter bei. Einem der erſten Tätigkeitsberichte der Studentenhilfe iſt z. B. zu entnehmen, daß der Verein 40 Fentner Zucker von der Warenvermittlungsſtelle zu günſtigen Preiſen bezogen hatte, die dann im Safe der Mittel⸗ deutſchen Kreditbank untergebracht wurden.
Neben der Unterſtützung des Studentenheims wurden die Ar⸗ beiten der erſten Monate nach der Gründung beſonders der Wer⸗ bung und der inneren Organiſation gewidmet. Man brauchte das öffentliche Intereſſe, man brauchte Mitglieder und vor allem Geld oder Geldeswert. Ein Werbeamt wurde gebildet, die heimiſche Preſſe wurde mobiliſiert. Eine Hausſammlung und eine mit Unterſtützung der Gießener Hausfrauenvereine durchgeführte geſel⸗ lige Veranſtaltung brachte größere Mittel.
nieben der Werbung wurde in beſonderen Unterausſchüſſen die Beſchaffung von Wohnungen, von Nebenbeſchäftigungen, von gebensmitteln und Kleidung und von Ferienerholung für kranke Studenten organiſiert. Es wurden alsbald einige Schreibmaſchinen angeſchafft und Lehrkurſe zu billigen Preiſen abgehalten.
Noch hatte man keine geeigneten Geſchäftsräume; die Arbeit wuchs. Im Frühjahr 1922 ſtieg die Fahl der Eſſensteilnehmer auf 400. Die Einrichtungen waren unzulänglich geworden. Auch die Verwaltungsarbeit nahm ein ſtarkes Ausmaß an. Da konnte durch das Entgegenkommen der heſſiſchen Kegierung ein bezahlter Ge⸗ ſchäftsführer Gerr cand. jur. Ludwig Schneider) ein⸗ geſtellt werden. Die Univerſität ſtellte das Künſtlerzimmer hinter der Neuen Aula als Geſchäftszimmer zur Verfügung. Die geſamte Buchführung übernahm durch Vermittlung des Herrn Direktor Grießbauer die Mittteldeutſche Kreditbank.
Um dem Maſſenandrang im Studentenheim Burggraben zu be⸗ gegnen, wurde im Katholiſchen Vereinshaus ein zweites Heim ein⸗ gerichtet, das beſonders die Verköſtigung der Mediziner übernahm.
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