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Das "Studentenwerk Gießen e.V." : (vormals Gießener Studentenhilfe) : ein Beitrag zu seiner Geschichte / von Emil Kraus
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Brennſtoffamt verſuchte die Schwierigkeiten zu überwinden, die einer geordneten Verſorgung der Studenten mit den nötigſten Brennmaterialien entgegenſtanden. An ſonſtigen Einrichtungen und Erleichterungen beſtand eine Büchervermittlung durch Autoren⸗ bezug, eine ſtudentiſche Krankenkaſſe, die gegen einen gewiſſen Se⸗ meſterbeitrag im Erkrankungsfalle Aufnahme in Klinik, ermäßigte Medikamente und zahnärztliche Behandlung gewährte. Theater, Volksbad und Reichsbahn gaben Ermäßigungen. Außer dieſen Einrichtungen, die der Initiative des Aſta zu danken waren, hatten ſich in den einzelnen Fachſchaften Anſätze von Selbſthilfebeſtrebun⸗ gen entwickelt. Es ſei in dieſem Fuſammenhange nur an das Medi⸗ zinerheim erinnert, das durch die tatkräftige Hilfe des Herrn Ge⸗ heimrat Sommer in der Alten Klinik eingerichtet worden war und der Aufſicht der Allenſteiner Schweſtern unterſtand.

Das Studentenheim nahm unter dieſen Einrichtungen die wichtigſte Stelle ein. Auf ſeine ſehr eigenartige Entwicklung, die es erſt im Jahre 1920 in eine direkte Verbindung zur Univerſität brachte, ſoll im folgenden kurz eingegangen werden.

Anfang 1919 hatte in Gießen derVereinkameradſchaft⸗ licher Soldatenheime Allenſtein ein Soldaten⸗ und Studentenheim gegründet, das damals einem dringenden Bedürf⸗ nis entſprach, denn Gießen ſtand im Feichen ſich auflöſender Truppenteile und einer nach langen Kriegsjahren neu auflebenden Univerſität. Es war eine glückliche Idee, die den Feitumſtänden entſprang, beides zu verbinden Soldaten⸗ und Studentenheim und es war gleichzeitig eine mutige Tat, noch mitten in den Revolutionswirren etwas aufzubauen, was, feſthaltend an der Tra⸗ dition, den Nöten des Tages entgegentrat, Kräfte ſammelte und einen Ruhepunkt bot im Gewirr der eit. Das ſoll beſonders jenen Schweſtern des Allenſteiner Vereins unvergeſſen bleiben, die das Werk trugen und in der gleichen ſchlichten Art weiterführten, in der ſie ihre Aufgabe im Felde erfüllt hatten. Es ſoll in be⸗ ſonderer Dankbarkeit jener Leiterinnen gedacht werden, die in der Feit vor Gründung der Studentenhilfe das Heim durch alle Schwie⸗ rigkeiten hindurchzuführen verſtanden, ohne je einen ſtärkeren wirt⸗ ſchaftlichen Rückhalt zu haben: Es waren die Schweſtern Thea Suck, deren Nachfolgerin Schweſter Irene von Zanſen⸗ Oſten, die Mitbegründerin und ſpätere Leiterin des Stu⸗ dentenheims Marburg, beſonders auch Frau Kilburger, die das Heim durch die ſchwierige Zeit vom September 1920 bis März 1921 hindurchführte, und deren Stellvertreterin, nachmalige

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