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Zwölf Jahre einer theologischen Facultät
Entstehung
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ſorgern und Pfarrern erzogen werden ſollten. Kindhäuſer vor Allem fühlte dieſen Mangel, und es war ſein Streben, demſel⸗ ben abzuhelfen. Er arbeitete mit allem Eifer daran, den Theo⸗ logen ſchon während ihrer Univerſitätsſtudien einen rechten Be⸗ griff von ihrem künftigen Stande, eine Ueberſicht ihrer prie⸗ ſterlichen Pflichten und eine Anleitung zu einem geiſtlichen Leben zu ertheilen. Kindhäuſer war kein Gelehrter und würde wohl nie die Wiſſenſchaft beſonders gefördert und bereichert ha⸗ ben, aber Alle ſchätzten ihn als einen frommen Prieſter und ach⸗ teten ihn als einen Mann, der nicht unter dem Vorwande des Stu⸗ diums von der nobelſten aller prieſterlichen Pflichten, der des Gebetes ſich entband; Alle rühmten ſeine Liebe zur Kirche, be⸗ wunderten ſeinen Eifer und ſeine Hingebung und liebten ihn als einen wahren Freund aller ſeiner Zuhörer. Doch als ſollte ken Zweifel übrig bleiben, daß der katholiſch⸗theologiſchen Fa⸗ cultät in Gießen der Segen Gottes fehle Kindhäuſer ſtarb (11. Juni 1843) prieſterlich wie er gelebt, auch im Tode noch ein Muſter für ſeine Schüler.

Die zwölf Jahre, welche die Gießener Facultät ſeit ihrer Gründung durchlebt hat, ſind, wie aus dieſer kurzen Darſtell⸗ ung erhellt, keine erfreulichen geweſen. Wie bereits Eingangs bemerkt worden, wir legen die Schuld all dieſes Mißgeſchickes, der geringen und oft unerſprießlichen Wirkſamkeit der Facultät, der ärgerlichen Auftritte, der Unglücksfälle u. ſ. w. keineswegs einem der an der Facultät wirkenden Männer zur Laſt; im Gegentheil wir verkennen den redlichen Willen, das aufrichtige Streben, die herrlichen Talente, den großen Eifer, die gute Ge⸗ ſinnung derſelben durchaus nicht. Aber, wenn bei ſo günſtigen Umſtänden, die nach menſchlichem Bemeſſen nur Gutes erwarten laſſen, dennoch die Reſultate das Gegentheil aufweiſen, ſo muß es an etwas Anderem fehlen, und dies iſt nach unſerer Meinung der Segen Gottes. Da der Herr ſeine Kirche gründete, hat Er ihr auch die Mittel der Erhaltung gegeben, und die Biſchöfe ſind die Organe, durch welche Alles, was zum Gedei hen der Kirche gereichen ſoll, geſchaffen und geleiſtet werden muß.

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