Druckschrift 
Vorgeschichte und Geschichte des Zoologischen Instituts der Universität Giessen und über dessen gegenwärtige Einrichtungen / [...] Herr Prof. Sprengel [...]
Entstehung
Einzelbild herunterladen

12

bes

erster Stelle Dr. CARE Vocr in Bern vor, der darauf am 1. December der 1846 vom Großherzog mit einem jährlichen Gehalt von 800 fl. zum par außerordentlichen Professor ernannt wurde. ird Voor war indessen die Erfüllung seiner Aufgabe im höchsten 1E Grade erschwert. Er fand nichts vor als die Sammlung, die nach Ob seinen und seines Nachfolgers Berichten in einem geradezu kläglichen nic Zustande gewesen sein muß. Zunächst mußte er sich für seine Vor- ni lesungen einen Hörsaal verschaffen, der ihm im Sommer 1847 ein- J. geräumt wurde. Tische und Stühle für denselben mußte er sich von li dem Privatdocenten Apotheker Dr. MErrENHEIMER leihen. In Er- 2. mangelung eines Dieners, dessen Anstellung er beantragt, sah er 5 sich genöthigt, einen Tagelöhner zu beschäftigen und diesem den Lohn 8 für einige Monate vorzustrecken; erst im März 1848 wurden ihm die a ausgelegten 35 fl. 40 Kr. ersetzt. Der Etat betrug 360 fl. jährlich. Ein Arbeitsapparat fehlte gänzlich, sowohl Geräthschaften zur. Ergänzung und Instandhaltung der Sammlungen wie Mikroskope. i1 VoGor beantragte daher eine einmalige Bewilligung von 1500 fl. M und eine Erhöhung der jährlichen Dotation auf 800 fl. Alles, was h genehmigt wurde, war die Erhöhung der letzteren auf 500 fl. In 5 diese Zeit fielen aber auch zwei für die zoologische Sammlung sehr m bedeutsame Ereignisse, zunächst die Erwerbung der vergleichend- l anatomischen und zoologischen Sammlung des Obermedicinalrathes de .. 3 F

voN FRORIEP in Weimar. Der größere und wichtigere vergleichend- anatomische Theil wurde zunächst Eigenthum der von Prof. BiscHoFF 4 verwalteten Anatomischen Anstalt, die zoologischen Objecte aber a wurden auf Antrag von Voor der zoologischen Sammlung zugewiesen, u die damit einen werthvollen Zuwachs erhielt. Ungleich wichtiger i noch war die Erbauung eines stattlichen Hauses für die anatomisch- 1 physiologische Anstalt und der Beschluß, in dieses auch die zoolo- gische mit aufzunehmen. Es ist das Gebäude, in dem sich das Ana- tomische und das Zoologische Institut noch heute befinden. War 9 die Gegenwart für Voor auch recht trübe, so hatte er also doch eine 9 gute Aussicht in die Zukunft. Allein er sollte sich, wie bekannt, N der günstigeren Verhältnisse nicht mehr erfreuen. Es kamen die f Jahre 1848 und 1849, und Voor wurde in die politische Aufregung nicht nur mit hineingerissen, sondern ward einer ihrer Führer. Als 1 er als Mitglied der Reichsregentschaft von Stuttgart aus am 18. Juni 1 1849 den Aufruf an das deutsche Volk mit erlassen hatte, schritt fi die hessische Regierung zu seiner sofortigen Entfernung aus dem S Lehramt. In einem Schreiben vom 23. Juni gab sie der Universität d unter eingehender Darlegung ihrer Gründe davon Kenntnis. V 1

Die Universität that alsbald die nöthigen Schritte zur Wieder-