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Vorgeschichte und Geschichte des Zoologischen Instituts der Universität Giessen und über dessen gegenwärtige Einrichtungen / [...] Herr Prof. Sprengel [...]
Entstehung
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damals in den Händen des Professors J. B. WILBRAND, der in der medicinischen Facultät Anfangs die Fächer der Anatomie, Physiologie, Botanik und Zoologie, später, seit dem Frühjahr 1844, nur die »Naturgeschichte« vertrat. Nach seinem Tode im Jahre 1846 trat zu- nächst insofern ein wichtiger Umschwung ein, als ein ministerielles Decret vom 25. Mai desselben Jahres verfügte, daß»die Professuren über Botanik und Zoologie zukünftig, als zur philosophischen Facultät ge- hörig, betrachtet werden«. Zugleich aber wurde genehmigt, daß die Lehr- fächer der Botanik und Zoologie getrennt und jedes einem selbständigen Docenten übertragen werden sollte. So sah sich die philosophische Facultät zum ersten Mal in der Lage, Vorschläge für die Besetzung einer eigenen Zoologie-Professur zu machen. In einem ausgezeichneten Referat entwickelte ihr Berichterstatter, der Physiker BurF, die Ge- sichtspunkte, welche für die Wahl maßgebend sein müßten.»Die Zoologie ist nicht mehr, wie vor etwa 20 30 Jahren, ein Namens- verzeichnis der Thiere, eine bloße Beschreibung von deren äußerer Gestalt, Form, Farbe etc., sie beschränkt sich nicht mehr auf die Geschichte des Aufenthaltes, der Lebensweise, Sitten, Instincte etc., so umfassend das Gebiet des hierzu nöthigen Wissens immerhin sein mag, so gründliche Studien, so ausgedehnte Erfahrungen auch dazu erfordert werden. Man hat inzwischen gelernt, daß die äußeren Gestalten der Thiere gewissen Gesetzen unterworfen sind, die sich in ihrer inneren Organisation weit entschiedener aussprechen, daß man folglich, um das Kußere eines Thieres richtig beurtheilen zu können, auch seinen inneren Bau kennen muß. Die Zoologie war daher genöthigt, das so weite Gebiet der vergleichenden Anatomie in ihren Kreis zu ziehen. Aber auch dabei durfte sie nicht stehen bleiben; die Gestalt eines Thieres wechselt nach den Entwicklungsstadien, die seine ganze Organisation durchmachen muß; in dem schwierigen Studium der Entwicklungsgeschichte erkennen wir also eine neue Abtheilung ihres so umfangreichen Gebietes. Kurz, die Zoologie ist heut zu Tage genöthigt, sich allen jenen Studien hinzugeben, die Jahrhunderte hindurch die Geister beschäftigten, um Einsicht in die verwickelten Formen der thierischen Organisation zu gewinnen und um die Gesetze zu ermitteln, die hier, mehr als bei irgend einem anderen Zweige der Naturwissenschaft, unter dem Scheine des Zu- falls, der Willkür, des Wunderbaren verborgen sind.« Auf solcher Grundlage gelangt er zu dem Schluß:»Wir bedürfen eines Mannes, ausgerüstet mit dem Umfange an Kenntnissen, der erfordert wird, damit die Zoologie auch an unserer Universität zu einem kräftigen Hebel geschaffen werde, um in das Gesammtstudium der Natur- wissenschaften mit einzugreifen.« Die Facultät schlug daraufhin an