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Vorgeschichte und Geschichte des Zoologischen Instituts der Universität Giessen und über dessen gegenwärtige Einrichtungen / [...] Herr Prof. Sprengel [...]
Entstehung
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Separatabdruck a. d. Verhandl. der Deutschen Zoologischen Gesellschaft 1902.

Nach dieser Ansprache richtete Herr Prof. SpyxGEr die folgenden Begrüßungsworte an die Versammlung:

Es ist mir eine außerordentliche Freude, Sie in so stattlicher Anzahl hier begrüßen zu können. In meinem und der mir zur Seite stehenden jüngeren Fachgenossen Namen heiße ich Sie in Gießen herzlichst willkommen. Als ich im vergangenen Jahre die Gesell- schaft hierher einlud, dachte ich nicht an die Möglichkeit einer so zahlreichen Betbeiligung; sonst würde ich vielleicht Bedenken getragen haben, die Einladung zu überbringen. Denn die Räumlichkeiten des Zoologischen Instituts sind zu klein. Daß ich Sie dennoch hier em- pfangen kann, verdanke ich dem liebenswürdigen Entgegenkommen meines Collegen und Freundes Herrn Prof. SrRAMI, der für die Ver- sammlung nicht nur dieses geräumige Auditorium, sondern auch die Arbeitssäle des Anatomischen Instituts zur Verfügung gestellt hat. Unter den obwaltenden Umständen wird der eigenthümliche Fall ein- treten, daß die Versammlung dem Zoologischen Institut nur einen einmaligen Besuch abstatten kann. Ich werde mir die Ehre erbitten, Sie auf einem Rundgang durch dasselbe führen zu dürfen, und für diesen kann es vielleicht von Interesse sein, wenn ich Ihnen jetzt einige Mittheilungen über die

Vorgeschichte und Geschichte des Zoologischen Instituts der Universität Giessen und über dessen gegenwärtige Einrichtungen mache.

Eine größere zoologische Sammlung scheint erst im Jahre 1825 in den Besitz der Universität Gießen gelangt zu sein. Damals ward um den Preis von 1955 fl. 54 Kr. die Sammlung des Medicinalraths WERNEKINK in Münster angekauft. Nach dem vorhandenen Ver- zeichnisse umfaßte sie 310 Spirituspräparate, 208 ausgestopfte Säuge- thiere und Vögel, 62 Kasten mit Insecten, ferner eine Anzahl Con- chylien und Corallen, sowie einige Schädel. Dieselbe bildet jedenfalls den Grundstock der Sammlung, welche dann durch gelegentliche An- käufe und Geschenke vermehrt ist; unter letzteren ist besonders eine umfangreiche Conchyliensammlung des Pfarrers Dr. ScRiBA zu Messel zu erwähnen, die noch jetzt einen der werthvollsten Bestandtheile der zoologischen Sammlung bildet. Der Unterricht in der Zoologie lag