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und Waldecker, neben ihnen die Orden der Amicilten, Heffen, Jukundiſten und den 1775 geltifteten Fenſterorden (ſo genannt nach dem Fenster, das die Mitglieder als Ver- bindungszeichen in ihre Stammbücher zu malen pflegten). Die„Kränzchen“ ſtanden in einem eigenartigen Abhängig- keitsverhältniffe zu den Orden derart, daß dielſe die Vor- ſteher und die tüchtigsten Mitglieder der einzelnen Kränz- chen an ſich zogen, ſo daß diele, ohne aus den Kränzchen auszutreten, innerhalb derſelben einen feſtgeſchloſfenen engeren Kreis bildeten ²).
Das Pfälzerkränzchen, mit dem wir uns hier beſchäf- tigen, war, wie es ſcheint, im Auguſt 1776 von Pfälzer Landeskindern gegründet worden. Unter den Stiftern be- fand ſich auch der berüchtigte Laukhard, damals Student der Theologie. Es dauerte nicht lange, ſo ließ ſich Lauk- hard mit zwei anderen Verbindungsbrüdern zum Eintritt in den Amiciſtenorden beſtimmen, für den nun das Pfälzer- kränzchen auf lange Zeit eine ergiebige Pflanzſchule ge- worden ilt. Schon im folgenden Jahre ſollte dieſe enge Verbindung mit dem Amiciſtenorden den Pfäalzern ver- hängnisvoll werden. Ein blutiger Zuſammenſtoß zwiſchen den Darmſtädtern und Amiciſten hatte im Jahre 1777, als Hoepfner, Goethes gelehrter Freund, das Rektorat führte, eine allgemeine Razzia gegen alle Gießener Verbindungen zur Folge. Der Amiciſtenſfenior wurde kurzerhand nachts in
einer Kutſche nach Pirmaſens gebracht, wo ihn der Landgraf
unter die Soldaten ſteckte; zwei andere Amiciſten, unter ihnen der Senior des Pfälzerkränzchens, wurden relegiert, Lauk- hard, der damals Subſenior der Pfälzer war, kam mit einigen Wochen Karzer davon ³). Aus jener Verfolgungszeit ſtammt eine im Gießener Univerſitätsarchive befindliche Abſchrift der Geſetzy des Pfälzerkränzchens, die wir im folgenden zum Abdruck bringen:
Actum. Gieſen, den 11. Auguſt a. 1776.
Nachdem es denen hier ſtudirenden Pfälzer Landes- Leuten gefallen, ihre, ſchon vor ihren akademiſchen Jahren angefangene Freundſchaft auch während ihres hießigen Aufenthaltes fortzufezzen; ſo beſchloßen lie unter obigen dato folgende wenige Regeln, zu vefterer Gründung unſerer Freundſchaft zu entwerfen:
2²¹) Laukhard, der Mofellaner- oder Amiciftenorden(Halle 1799) 2 ff.
³) Laukhard, Der Molellanerorden, S. 94 ff. und Laukhard, Leben Schicklale I(1792), S. 209 ff.
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