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Zur älteſten Geſchichte des Verbindungs- weſens an der Gießener Ludoviciana.
Das Pfälzerkränzchen.
Von Herman Haupt.
Die Anfänge des ſtudentiſchen Verbindungslebens an der Gießener U miverfität find leider noch in völliges Dunkel Ken ult Die frühefſte Nachricht liefert eine Aufzeichnung des Rektors des Jahres 1753 über eine Unterſuchung, die gegen Mitglieder des damals an der Univerfität beltehenden „Hefſenordens“ angeſtellt wurde. Die Unterfuchung hat eine Auflöſung der Verbindung nicht zu erreichen vermocht. Vierzehn Jahre ſpäter, im Marz 1 767, wurde abermals gegen Mitglieder des heffiſchen Ordens verhe andelt, neben dem gleichzeitig noch die Landsmannſchaft der Moſellaner und eine Loge des älteren Harmoniſtenordens beftanden zu haben
fcheint Auch die landgräfliche Regierung war inzwilchen
durch Senatsberichte auf die„fich neuerlich her vorgethanen Factionen oder ſogenannten Orden“ aufmerkſam gemacht worden, die nun durch gedrucktes Patent vom 22. Auguft 1766 bei Strafe der Relegation der Mitglieder feierlich „cassirt und abolirt“ werden ¹). Auch dieſe Maßregeln kruchteten nicht, vielmehr ſtand gerade im nächſtfolgenden Jahrzehnt das Gießener Verbindungsleben in beſonderer Blüte. Um 1776 finden wir, nachdem die Moſellaner oder Elſäffer Landsmannſchaft zerfallen war, die Kränzchen (Landsmannſchaften) der Pfälzer, Zweibrücker, Darmlſtädter
¹) Rektoratsprotokolle von 1753 und 1767; gedruckte Verordnung vom 22 Augult 1766; W. Fabricius, Gießener Studentenverbindungen bis zu den Befreiungskriegen, in„Ludoviciana“ S. 41 f. Dem Heflenorden gehörte vermutlich der aus Laukhards Schrift„E ulerkappers Leben und Eeiden“(1804 und Neudruck von 1889) bekannte Gießener Lehrer Euler an, der nach Laukhard(S. 117 ff) die Satzungen eines Gießener Ordens einer Umarbeitung unterwarf, die angeblich eine Hauptquelle für des Martialis Schluck„Dissertatio“ über den Burlchenkomment vom Jahre 1778 geworden ilt.


