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Goethe's Vater als Giessener Doktorand / von Dr. Gustav Nick
Entstehung
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als Promotore, feyerlichſt unter behörigen Solennitäten in einem anſehnlichen und zahlreichen Auditorio wohlverdient mitgetheilet. Es iſt hierbey mercklich, daß des regierenden Land-Graffen zu Heſſen Hochfürſtl. Durchl. als Matritius der Weltberühmten Giebifchen Academie, auf vorhergegangene unterthänigſte Vorſtellung ein gnädigſtes Reſcript ergehen laſſen, Kraftft deſſen verſchiedene bey ſolchen Solennitäten fonſt übliche Gebräuche dermahlen eingezogen und dennoch der öffentliche Actus auf eine wohlanſtändige Weiſe, ohne daß der Ge- ſchmack der neuern Zeit darüber empfindlich werden möchte, zu iedermanns Vergnügen aufgeführet worden. Die Proceßion nahm ihren Zug mit vorge- tragenen Scepter aus wohlbenannten Herrn Decani und Promotoris D. Kayfers Haufe in den anfehnlichen Hörſaal der Juriſten-Facultät. Es waren dabey keine Fackeln, Bücher-Träger, Paranymphen unddergleichen wahrzunehmen, auch blieben die fonſt von dem Frauenzimmer koſtbar verfertigte Kräntze zurück. Der Academiſche Senat nebſt einigen Fürſtl. Hrn. Regierungs-Räthen führten die beyden Hrn. Doctoranden, welche ſogleich an die ordentliche Profeſſores der Philoſophiſchen Facultät angeſchloſfen, insgeſamt in ſchwartzer Kleidung und langen Mänteln, nach mehrerwehntem Auditor. follemni ſich begaben. Sobald man allhier vom weiten die Proceßion erblickte, lieſſfen ſich Paucken und Trom- peten hören, womit ſo lange fortgefahren wurde, biß daß der gantze Zug in das Auditorium völlig eingetreten, und die beyden Licentiali den unterſten Catheder beſtiegen. Hierauf wurde eine auf diefen olennen Actune mit Fleiß componirte Cantata unter vollſtändiger Imfirumental-Mufique abgeſungen, da ſich indeſſen die Herren Studioſi aller Facultäten verſammleten. Inzwiſchen hatten von Wetzlar aus die Herren Aſeſſores Camerae von Ludolph und von Heinitz, auch die beyden Herren Graffen von Auersberg und Laßberg, nichtweniger hieſiger Herr Commendante, ingleichen der Herr Obriſt-Lieutenant nebſt Herrn Obriſt- Wachmeiſter und andern anfehnlichen Perſonen in dem Auditorio ſich einzu- finden geruhet. Nach geendigter Muſiqve und gehaltener vortreflichen Latei- nifchen Rede des Herrn Promotoris, de fuperſiioſa rituum aνοανμνμντενν obſeruatione& cufiodia, welcher zugleich der Lebenslauff beyder Doctoranden beygefüget worden, beſtiegen die zwey Licenliali nach abgelegtem Statuten- mäbigen Eydſchwur die oberſte Staffel des Lehr-Stuhles, wofelbſt ihnen die Ceremonie derer theils offenen theils zugeſchlagenen Bücher, wie auch des vom Promotor empfangenen Kuffes erkläret, fodann die Ringe angeſteckt und der Doctor-Huth aufgeſetzet, beydes aber mit einer gleichmäßigen Erläuterung be- gleitet wurde. Herr Doctor Berghoff beſchloß diefen Actum mit einer Danck- ſagungs-Rede. Der gantze ſolenne Actus endigte ſich mit einem ſchönen Concert Darauf wurden die fämtlichen Glocken der Parochial-Kirche angezogen, und die Proceßion, in welcher die neuen Herren Doctores von Jhro Magnificence, dem Herrn D. Rollen und dem Herrn Suberintendenten D. Liebknecht geführet wur- den, verfügte ſich nach obgedachter Haupt-Kirche, allwo man abermahl eine an- genehme Muſiqve aufführete. Als nun mehrerwehnte Herren Doctores vor das Altar getreten, und von dem Herrn D. und Saberintendenten Liebknecht nach einer fehr zierlichen und wohlausgearbeiteten Rede de qequitate iurisbrudenliae ro- manae, bey Gelegenheit der Worte IoaN. XVIII, 38. mit Auflegung der Hände dem Seegen empfangen hatten, nahme man den Zug in voriger Ordnung unter beſtändigem Lauten aller Glocken nach dem Gaſthauſe, woſelbſt der Academiſche Senat bey einer anſtändigen Taffel-Muſiqve von denen nunmehrigen Herren Doctoribus tractiret wurde. Die Gegenwart hochgedachter Herren Alellorum Camerae und Herren Graffen, ſowohl bey dem Actu, als bey dieſer Mahlzeit, hat man von Seiten der Academie als ein beſonderes Merckmahl einer hohen Ge-