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wogenheit und Fatrociniti vor die Academiſche Studien zu verehren, Urſache gehabt, wie denn auch alles in ſchönſter Ordnung und mit gutem Beyfall voll- endet worden. Die im Collegio mugficaliſch aufgeführte Cantata iſt gedruckt. So wurde auch ein teutſches Gedichte auf den Herrn D. Göthe, nebſt einem Lateiniſchen auf Herr D. Berghoffen ausgetheilet, jenes war im Nahmen des Herrn Candidati Ruprecht, dieſes aber von dem hieſigen berühmten Herrn Profeſſore Benner in ſeinem eigenen Nahmen verfertiget. Auch hat nachgehends ein Freund des Herrn D. Göthe, aus Francken, Nahmens Herr Schneider, ſeinen Glückwunſch in Teutſchen Verſen gedruckt eingeſchickt. Uberdiß haben noch ſämtliche Herren Profeſſores etliche Diſticha auf jeden Herrn Doctor insbe- ſondere auf zwey verſchiedene Bogen drucken laſſen, wie denn auch die drey gehaltene Reden, des Herrn Promotoris, Jhro Hochwürden des Herrn D. und Suberintendentens Liebknechts und des Herrn D. Berghoffs Danckfagung dem Druck übergeben werden follen.
Derselbe Bericht findet sich auch, nur mit etwas mehr Druckfehlern, abge- druckt in den Franckfurt. Gelehrten Zeitungen, des Vierdten Jahres Nr. IX, Dienstags(verdruckt statt: Freytags) den 30. Jan. 1739, S. 42 ff. Landgraf Ernst Ludwig hat demnach die Genehmigung zur Vereinfachung des Promotionsaktes erteilt, und dieser wurde in der von den Doktoranden beantragten Weise voll- zogen. Bestätigt wird durch den Bericht die von mir oben aufgestellte Ver- mutung, dass Goethe seine Disputation sine prueside abgehalten hat. Ebenso wird darin der Tag dieser Disputation(18. Dez.) und derjenige der Disputation Berg- hoffs(23. Dez., entgegen der Angabe auf dem Titel der Dissertation: D. XIV. Cal. Ian.= 19. Dez.) festgestellt. Auffallend bleibt es, dass Goethe, wie Düntzer (a. a. O. S. 112) und mit ihm Herr Professor Frank behauptet, erst am Tage seiner Disputation als Nuris utriusque Doctorandus immatrikuliert worden sein soll. Nach der oben zitierten ersten Nachricht im Juristischen Bücher-Saal hat er seine Dissertation bereits im Oktober eingereicht, also zu einer-Zeit, in der er noch gar nicht Angehöriger der Universität gewesen wäre. Hier scheint ein Ver- sehen vorzuliegen, worüber nach nochmaliger genauer Durchsicht der Akten wohl Aufschluss gegeben werden könnte.
Ueber die im Bericht ausser Goethe und Berghoff genannten Personen sei noch kurz Folgendes bemerkt. Joh. Friedrich Kayser(1685— 1751), der Dekan und Promotor, war seit 1718 Professor der Rechte in Giessen. Das Amt eines Reichskammergerichts-Assessors bekleidete Georg Melchior von Ludolph seit 1711, Joh. Friedrich von Heinitz(oder Heynitz) aus dem noch blühenden Meissnischen Adelsgeschlecht seit 1728. Graf Auersperg, vermutlich Wolfgang Moritz Ludwig oder Wolfgang Reinhard, war ein naher Verwandter des Grafen von Lassberg, dieser wahrscheinlich einer der älteren Söhne, Georg Ehrenreich oder Georg Ferdinand, des Grafen Georg Friedrich(1689— 1762). Reinhard Hein- rich Roll(1683— 1768) lehrte seit 1730 als Professor der Theologie in Giessen und wurde 1753 Superintendent an Stelle Joh. Georg Liebknechts(1679— 1749), der 1707 als Professor der Mathematik nach Giessen gekommen und 1721 in die theologische Fakultät übergetreten war. Auch der in Dichtung und Wahrheit (1. Teil, 2. Buch) als Gegner des Präsidenten von Loen erwähnte Dr. Joh. Hermann Benner(1699— 1782), ein Giessener Bürgerssohn, dem 1733 zunächst die Professur der Beredsamkeit und Dichtkunst in Giessen übertragen worden war, ging 1735 zur Theologie über; 1753 erhielt auch er eine Superintendentur. Ueber den treuen Hausfreund der Goethe'schen Familie, Rat Joh. Kaspar Schneider(1712—1786), hat Loeper in seinen Anmerk. zu Dichtung und Wahrheit(Goethe's Werke, Berlin,


