8 höchſten Grade beſchwerlich fand. Allerdings wollen wir uns nicht verhehlen, daß eine ſo geſteigerte Selbſtthätigkeit leicht in ſtolze Selbſtgerechtigkeit übergeht. Schiller aber wurde von dieſem Abwege dadurch bewahrt, daß er ſich eben als einen Dichter von Gottes Gnaden wußte, der, wie er es in ſeiner tiefen und klaren Weiſe wiederholt darſtellt, in den ſeligſten Momenten begeiſterten Schaffens erfahren hatte, daß auch dem Dichter jede beſte und vollkommenſte Gabe von Gott zukommt, ohne beſondere Mühe und ohne eignes Verdienſt; und was er aus der Tiefe und Fülle ſeines poctiſchen Gemüthes über den geheimnißvollen Verkehr des menſchlichen Geiſtes mit der Gottheit geoffenbart hat, das hat weſentlich dazu beigetragen, die eben ſo ſelbſtzufriedene, als dürre und trockne Moral und die ebenſo plumpe, als beſchränkte Aufklärerei, wie ſie in jener Zeit populär war, in ſchuldigen Mißeredit zu bringen. Nach dieſem Allen aber vergibt meiner Ueber⸗ zeugung nach die Theologie ihrer Würde nichts, wenn ſie anſtatt mäkelnd an großen Männern kleine Gebrechen aufzuſtöbern, lieber im großen Sinne ihres Herrn und Meiſters unter dem ſchein⸗ baren Wider ihn das tiefer liegende Für ihn aufſucht, und wenn ſie, nachdem ſo viel, und ohne Zweifel mit vollem Recht, gegen den überhandnehmenden Materialismus geſprochen worden iſt, nun auch mit Freuden von dem idealen Zuge Act nimmt, der unſerem Volke eingeboren iſt und der bei dieſen Schillerfeſten doch offenbar die eigentlich veranlaſſende und bewegende Macht bildet; denn wenn je Einer, ſo iſt er ein rechter Ritter vom Geiſte geweſen, der, abermals übereinſtimmend mit dem Worte des Herrn:„Der Geiſt iſt es, der da lebendig machet, das Fleiſch iſt kein nütze“, ſein Leben daran ſetzte, dem Geiſte und ſeiner lebendigen Kraft die plumpe Schwere des Stoffes zu unterwerfen. 3
Ich würde auch in der eigenthümlichen Stellung des Theologen zu den eben berührten Fragen die Entſchuldigung für deren ſo ausführliche Erörterung nicht finden können, wenn ich nicht glaubte, damit zugleich auch ſchon den Punkt bezeichnet zu haben, in welchem die Eigenthüm⸗ lichkeit Schiller's ſich concentriert und von welchem aus ſein Leben und Wirken am beſten verſtanden werden kann. Es iſt nicht wohl möglich, von Schiller zu reden, ohne zugleich auch Göthe's zu gedenken, und ich habe vorhin bereits dieſe Thatſache durch mein eignes Beiſpiel illuſtrieren müſſen. In der That dient auch die Vergleichung beider trefflich dazu, uns einen jeden in ſeinem eigen⸗ thümlichen Weſen verſtehen zu lehren, weil die Größe eines jeden mit auf Eigenſchaften beruht, welche dem andern fehlen; ſie ſtehen nebeneinander wie die Heroen der griechiſchen Vorzeit, von welchen Göthe im 2. Theile des Fauſt den Centauren Chiron rühmen läßt:
Im hehren Argonautenkreiſe
War jeder brav nach ſeiner eignen Weiſe, Und mit der Kraft, die ihn beſeelte,
Konnt' er genügen, wo's dem andern fehlte.
Daß nun mit dem bequemen Unterſchied von ſubjectiv und objectiv hier nicht durchzukommen iſt, dürfte jetzt wohl allgemein anertannt ſein. Denn allerdings war Göthe der objektivere Dichter, inſofern er ſeine Dichtungen in vollkommener Fertigkeit von ſich ablöſte und ſie gleichſam in der objectiven Selbſtſtändigkeit eines eignen individuellen Lebens hinſtellte; aber er war höchſt ſubjectiv, inſofern er zum Gegenſtande ſeiner Darſtellung nichts wählte, als wovon er ſich zufällig perſönlich
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