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Heinrich Will : ein Gedenkblatt / [A.W.v. Hofmann]
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essanter Reactionen aufgefunden worden. Nach den Untersuchungen von Graebe und Borgmann, sowie von Tiemann und Matsmoto muss sie als zweifach methylirte Protocatechusäure betrachtet werden.

Will hat auch die Zusammensetzung des ätherischen Oels der Raute ¹)(Ruta Graveolens) untersucht. Seine Analysen stim- men sehr nahe auf die Formel Cii Ha O, welche heute dem bei 224 siedenden Hauptbestandtheil des Oeles zuerkannt wird. In Folge der Versuche von Gerhardt und Cahours, welche gefunden hatten, dass das Oel durch Salpetersäure in Caprinsäure übergeführt wird, ist das- selbe lange Zeit für den Aldehyd der Caprinsäure(Cio HZo O) gehal- ten worden, bis Williams sowohl, wie Hallwachs, welche sich der inzwischen bekannt gewordenen Methode der Reinigung mittelst schwefligsaurem Natrium bedienten, die heute allgemein angenom- mene Formel feststellten. Es war bekanntlich Strecker, der den Hauptbestandtheil des Rautenöls zuerst für ein Methylnonylketon (CH CO Ce Hig) erklärte, eine Ansicht, welche E. v. Gorup- Besanez und F. Grimm durch den Nachweis der Identität des- selben mit dem bei der Destillation von caprinsaurem und essig- saurem Kalk entstehenden Keton auf das Glänzendste bestätigt haben.

Weitere Versuche von Will betreffen das Verhalten des Jods zum Anis- und Fenchelöl ²). Der Verfasser hatte beobachtet, dass das ätherische Fenchelöl und Anisöl, wenn man es in der Kälte mit einer Jodjodkaliumlösung behandelt, in ein gallertartiges Magma übergeht, welches auf Zusatz von viel Alkohol einen weissen pulver- förmigen Körper absetzt. Andere ätherische Oele, wie Kümmelöl, Wermuthöl, Vanilleöl, Rainfarrenöl, Rautenöl, Nelkenöl, Pfeffermünzöl zeigten diese Reaction nicht. Die Analyse der Verbindung führte zu der Ansicht, dass dieselbe aus dem von Blanchet und Sell als wesentlicher Bestandtheil des Fenchel- und Anisöls erkannten Stearopten, Cio Hiz O, in der Art entstanden sei, dass 3 Moleküle des letzteren 1 Atom Sauerstoff aufgenommen haben. Die Ana- lyse eines durch die Einwirkung von Chlor aus dem unlöslichen Körper entstehenden Chlorids schien diese Ansicht zu bestätigen. Indes hatte schon Gerhardt, nachdem der Uebergang des Anethols, Cio Hi2 O, unter dem Einfluss von concentrirter Schwefel- säure, Phosphorsäure, Antimon- und Zinnchlorid in eine polymere Modification, das Anisoin, nachgewiesen worden war, die Vermuthung ausgesprochen, dass der von Will beschriebene Körper mit diesem Polymeren des Anethols identisch sei; eine Vermuthung, die später von Aelsmann und Kraut bestätigt worden ist.

Eine sehr schöne Untersuchung, welche Will in Gemeinschaft mit seinem Freunde R. Böttger ausgeführt hat, ist die der Styph-

¹) Lieb. Ann. XXXV, 235.) Lieb. Ann. LXV, 230.