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weisen unzweideutig die seltene Arbeitskraft, welche die beiden jungen Forscher damals entfalteten. Will ist übrigens später auch allein noch in dieser Richtung thätig gewesen, wie seine Untersuchungen der Mineralquellen zu Rippoldsau ¹) im Grossherzogthum Baden und der Schwefelquelle zu Weilbach ²) im Herzogthum Nassau be- weisen. Die Analyse der Rippoldsauer Quellen gab Will ³) Veran- lassung, die ockerartigen Absätze einer Reihe von Mineralquellen auf Metalle und zumal auf Arsen zu untersuchen. Viele derselben ent- halten in der That neben manchen Schwermetallen Arsen. Will be- schreibt das Verfahren für den quantitativen Nachweis des Arsens in solchen Fällen und erinnert daran, dass sich Angaben über den Arsengehalt von Mineralquellen bereits in den Schriften einiger Alchy- misten z. B. denen Thurneysser's finden.
Von Will'’s Arbeiten hat wohl keine einen grösseren Einfluss auf den Fortschritt der Wissenschaft geübt, als die in Gemeinschaft mit Franz Varrentrapp ausgebildete Methode der Bestimmung des Stickstoffs in organischen Verbindungen ⁴). Dass viele organische Körper beim Schmelzen mit den Alkalien Ammoniak ent- wickeln, war längst bekannt, ja Dumas hatte bereits versucht, diese Reaction für den Zweck der Analyse zu verwerthen, indem er das gebildete Ammoniak über Quecksilber aufsammelte und dem Volum nach bestimmte. Aber dieser vereinzelte Versuch hatte nicht zu Ergebnissen geführt, durch welche andere Chemiker veranlasst worden wären, ihn zu wiederholen. Die Methode der Will-Varrentrapp- schen Stickstoff bestimmung in der Form, in der sie ursprünglich vor- geschlagen wurde, ist keine volumetrische, sondern eine ponderale, insofern der Stickstoff in der Form entweder von Platinsalmiak oder von Platin gewogen wurde. Sie ist im Uebrigen so bekannt, dass hier von einer näberen Erörterung derselben Abstand genommen werden darf. Wohl aber soll daran erinnert werden, welcher Mühe und Aus- dauer es bedurft hat, um die so einfach scheinende Reaction zu einem sicheren und bequemen Verfahren auszubilden. Viele Versuche waren zumal erforderlich, um die Zulässigkeit eines Beisatzes von stick- stofffreien Materien, welcher den Gang der Verbrennung wesentlich erleichtert, ausser Zweifel zu stellen. Stickstoff und Wasserstoff über eine glühende Mischung von verkohltem Weinstein mit Kalk oder Natronkalk geleitet, liefern keine Spur von Ammoniak. Auch soll nicht unerwähnt bleiben, dass der Stickstoffgehalt einer ganzen Reihe von Körpern, wie der des Narcotins, des Piperidins, des Brucins und anderer zuerst mit Hülfe der neuen Methode richtig gestellt worden ist. Die Controverse Will's mit Reiset, welche sich aus der Ver-
1) Lieb. Ann. LXI, 181. ²) Lieb. Ann. LXXXI, 93. 3) Lieb. Ann. LXI, 192. 4) Lieb. Ann. XXXIX, 257.


