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Heinrich Will : ein Gedenkblatt / [A.W.v. Hofmann]
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erfreut sich aber der Schärfe, mit welcher die Verfasser sämmtliche Fehlerquellen ihrer neuen Methode discutiren und der Einfachheit der Mittel, welche sie zur Beseitigung derselben in Vorschlag bringen. Man erfährt, wie leicht man die Gegenwart von freiem Alkali durch Prüfung mit Chlorbarium erkennt, wie man den Fehler, welcher durch dasselbe entsteht, durch Ammoniumcarbonat beseitigt, wie der Zusatz von ein wenig Kaliumchromat hinreicht, um den Einfluss der Sulfide und Sulfite für die Methode unschädlich zu machen.

Der Gedanke lag nahe, das neue Princip auch für die Werthbestim- mung der Säuren anzuwenden; sie erfolgt einfach durch Wägung der Kohlensäure, welche durch eine gegebene Menge der zu untersuchen- den Säure aus dem primären Natriumcarbonate ausgetrieben wird. Die Verfasser zeigen, wie erfolgreich bei Anwendung der neuen Methode alle Fehler vermieden werden, welche das alte Verfahren mit sich bringt, so die durch Gegenwart von Salzen in den Säuren bei der Bestimmung des specifischen Gewichts, so die durch Ungenauigkeit der Maassgefässe und der Probeflüssigkeit bei dem Titrirverfahren bedingten, so endlich die Fehler, welche bei der Ermittelung der Gewichtsabnahme entstehen, wenn man Kalkspath mit der Säure in Berührung bringt.

Nach Ausbildung ihrer alkalimetrischen und acidimetrischen Me- thode konnten die Verfasser nicht umhin, auch das von Thomson für die Werthbestimmung des Braunsteins vorgeschlagene Verfahren nach den von ihnen gewonnenen Erfahrungeu umzugestalten. Thomson bestimmt den Werth des Braunsteins aus der Menge von Kohlensäure, welche derselbe in Gegenwart von Schwefelsäure aus der Oxalsäure entwickelt. Will und Fresenius hatten nur nöthig, diesen Process in dem von ihnen beschriebenen einfachen Apparate auszuführen, um ein Verfahren, welches im Princip richtig aber der Schwierigkeit der Ausführung halber mit Fehlern behaftet gewesen war, in ein sehr zu- verlässiges und bedquem zu handhabendes zu verwandeln. Ein eigen- thümlicher Zufall wollte es, dass damals gerade umfangreiche Braun- steingruben in der Nähe von Giessen aufgefunden wurden, so dass sich sofort Gelegenheit bot, die umgebildete Methode vielfach zu verwerthen.

Verschiedene Mineralwasseranalysen, wie die des Ludwigbrun- nens in Homburg v. d. H. ¹), die der warmen Quelle in Asmanns- hausen ²), welche lithium- und bromhaltig gefunden wurde, endlich die des Bonifaciusbrunnens zu Salzschlirf im Fulda'schen ³), welche Will und Fresenius fast gleichzeitig mit den beiden vor-

stehend skizzirten grossen Untersuchungen ausgeführt haben, be-

1) Lieb. Ann. XLV, 341. 2) Lieb. Ann. XLVII, 198. 3) Lie b. Ann. LII, 66.