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Heinrich Will : ein Gedenkblatt / [A.W.v. Hofmann]
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worden; so im Herbst 1860, in welchem mich eine gemeinschaft- liche Arbeit mit Prof. Buff veranlasste, längere Zeit in Giessen zu verweilen, so wieder im Jahre 1864, in welchem die Versamm- lung Deutscher Naturforscher und Aerzte viele Studiengenossen in der lieben Lahnstadt vereinte, so endlich im Jahre 1871, in welchem mich eine traurige Krankheit in der Familie mebrere Monate dort festhielt. Regelmässig wurde unser Verkehr, zumal der briefliche, wieder in der Mitte der 70 er Jahre, als sich ganz bestimmte geschäft- liche Beziehungen zwischen uns gestalteten. Im Jahre 1873 war Liebig gestorben, und sofort hatte sich bei den Schülern und Freunden des Forschers das Verlangen kundgegeben, sein Andenken durch ein Denkmal zu ehren. Den älteren Schülern Liebig's erschien begreif- lich Giessen, die Wiege seines Ruhmes, als die berechtigte Stätte für Aufstellung desselben, und wenn sie sich gleichwohl schon bald mit den späteren, welche München in Aussicht genommen hatten, einigten, so geschah es, weil sie Zersplitterung der Kräfte besorgten, und doch auch nicht ohne den Hintergedanken, dass sich schliesslich Mittel und Wege finden würden, ein Standbild und wäre es nur ein Bronce-Abguss des Münchener Denkmals auch an den Ufern der Lahn zu errichten. Dieser Gedanke ist von den älteren Freunden Liebig's unverrückt festgehalten worden, und es gelang ihnen schon bald, denselben selbst in München zur vollen Anerkennung zu bringen. Alsbald bildete sich zur Förderung der Angelegenheit ein Localcomité, welches Will zum Präsidenten und A. Ricker zum Schriftführer wählte, und da ich mittlerweile mit dem Vorsitze der Executivcommission betraut worden war, so fand ich mich plötzlich in der glücklichen Lage, mit zwei Jugendfreunden für die Lösung einer Aufgabe einzutreten, die uns Allen in gleichem Grade am Herzen lag. Es ist hier der Ort nicht, die Einzelheiten dieser gemeinsamen Arbeit darzulegen, ich darf aber versichern, dass im Laufe der nun- mehr folgenden fünfzehnjährigen Verhandlungen zwischen den Be- theiligten einige wenige Briefe gewechselt worden sind; auch soll nicht verschwiegen werden, dass wir gelegentlich, und zumal als es sich um die Entscheidung der Platzfrage handelte, sehr wesentlich verschiedener Ansicht gewesen sind. Eine Verständigung konnte indessen schliesslich doch nicht ausbleiben, da wir Alle dasselbe Ziel, nämlich eine mög- lichst wirkungsvolle Aufstellung des Denkmals, vor Augen hatten. Der verflossene Sommer endlich sollte den Schülern und Verebrern Liebig's die Erfüllung ihres lang gehegten Wunsches bringen. Die herrliche Schöpfung Schaper's nahte der Vollendung, und der 28. Juli war für die Enthüllung des Denkmals in Aussicht genommen. Der Verfasser dieser Skizze durfte hoffen, bei dieser Gelegenheit viele alte Freunde wiederzusehen, mit Sicherheit jedoch konnte er darauf rechnen, mit Heinrich Will zusammenzutreffen. Ich war am