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Heinrich Will : ein Gedenkblatt / [A.W.v. Hofmann]
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Fäulniss zu bewahren, hatte ihn der weise Richter in Spiritus legen lassen. Die Fahrt in's Lahnthal war gerettet.

Indessen solche Wanderung längs der Ufer des Lahnstroms, selbst wenn sie sich bis nach Coblenz ausdehnte, und man auf dem Rückweg über Mainz und Frankfurt Stolzenfels und den Niederwald mit ein- schloss, füllte die grossen Ferien noch lange nicht aus. Bald nach der Rückkehr rüsteten die Eltern zu neuem Aufbruch. Unter einer herbstlichen Reise nach der Schweiz thut es bekanntlich der deutsche Professor nicht, und wo hätte Will sein Hauptquartier besser aufschlagen können als an dem Gestade des lieblichen Züricher Sees in nächster Nähe, wenn nicht am gastlichen Herde seines alten Freundes Pompeius Bolley? Aber der Weg von Giessen nach Zürich ist weit, und Wer mit seiner Frau reist, nimmt gern Gelegenheit, die lange Eisenbahnfahrt zu unterbrechen, und da bietet ihm das reizend gelegene Savern im Elsass einen Ruhepunkt, wie er ihn nicht besser wünschen könnte. Auch begreift, wer jemale wie es dem Verfasser dieser Skizze vergönnt war der edlen Gastfreundschaft der Familie Emil Kopp theilhaftig geworden ist, dass Will der Anziehung, welche der Kreis der Elsasser Freunde auf ihn übte, mehr als einmal gefolgt ist. Allein die Schweiz lässt sich ebensowohl durch den Schwarzwald erreichen, und es befremdet uns nicht, dass auch dieser Weg gern eingeschlagen wurde; mussten doch der Anblick der herrlichen Bergkette, welche der Jüngling so oft geschaut, und die Fahrt durch ihre lieblichen Thäler, welche er nach allen Richtungen durchwandert hatte, den ganzen Zauber der Jugenderinnerungen in ihm wachrufen! Dass die Besuche in Zürich und in Savern nicht uner- wiedert geblieben sind, braucht kaum gesagt zu werden: Bolley und sein Schwiegerschn und wie viel Andere? wussten davon zu erzählen, wie wohl man unter dem Dache der Will'schen Familie geborgen war, von dem sorglichen Walten der anmuthigen Hausfrau inmitten ihrer aufblühenden Töchter, von dem wohlthuenden Hauche behaglicher Zufriedenheit, welcher diesen glücklichen Hausstand durch- wehte.

Im Vorstehenden hab' ich anzudeuten versucht, wie fröhlich sich der Verkehr mit den auswärtigen Freunden während der 60er Jahre in dem Will'schen Hause gestaltet hatte. Es bedarf der Erwähnung nicht, dass er der ernsten Arbeit, welcher unser Freund gerade in diesem Jahrzehend unausgesetzt oblag, keinen Abbruch that; fand dieser Verkehr ja doch auch, der Natur der Sache nach, fast aus- schliesslich in den Ferien statt. Das Semester war nach wie vor dem Unterricht im Laboratorium gewidmet, dem Will mit so unermüdlicher Sorgfalt oblag, dass nur wenig Zeit zu selbstständiger Forschung übrig blieb, zumal auch literarische Arbeiten in jener Periode einen fast überwältigenden Druck auf ihn übten. Nichts destoweniger stammen

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