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Heinrich Will : ein Gedenkblatt / [A.W.v. Hofmann]
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schlagen würden, so dass sie nicht vorbereitet war, die entstandene Lücke sofort auszufüllen; es trat ein Provisorium ein, während dessen Heinrich Will und Hermann Kopp gemeinschaftlich mit der Leitung des Giessener Laboratoriums betraut wurden. Erst im Juli des nächsten Jahres erfolgte eine definitive Gestaltung der Verhält- nisse, indem die Genannten, welche bislang noch ausserordentliche

Professoren gewesen waren, als Ordinarien in die Facultät eintraten,

und Will zum Professor der Experimentalchemie und auf Kopp's Veranlassung zum alleinigen Director des Laboratoriums, Kopp

dagegen zum Professor der theoretischen Chemie ernannt wurde. So war Beiden eine gesonderte, ihren Neigungen entsprechende, ein gemeinsames Ziel anstrebende Wirksamkeit gesichert, in welcher sie sich während eines ganzen Jahrzchends nicht nur im Unterricht sondern auch in ihren wissenschaftlichen Arbeiten auf das Glück- lichste ergänzten. Oft hat mir Kopp erzählt, dass er seine Unter- suchungen über die physikalischen Eigenschaften flüssiger Körper gar

nicht würde haben ausführen können, wenn ihm nicht Will die meisten

derselben von den zahlreichen Schülern des Laboratoriums im Zu- stande der Reinheit hätte darstellen lassen. Mit dem Herbste des Jahres 1863, in welchem Kopp nach

Heidelberg berufen wurde, kam diese gemeinschaftliche Thätigkeit

zu einem Abschlusse. In Giessen hatten sich überhaupt gewaltige Wandlungen vollzogen. Von Denen, die im Anfange der vierziger

Jahre in frohem Verkehr mit einander gestanden hatten, waren die meisten in anderweitige Wirkungskreise übergetreten; einige wandelten schon nicht mehr unter den Lebenden. Johann Müller hatte schon 1844 den Lehrstuhl der Physik an der Universität Freiburg über- nommen. Adolf Bardeleben war seit 1849 Professor in Greifswald; um dieselbe Zeit hatte Remigius Fresenius sein Laboratorium in Wiesbaden begründet; Carl Vogt, der, wie wir gesehen haben, allerdings erst später in diesen Kreis eingetreten war, lebte, seit sich das Rumpfparlament in Stuttgart aufgelöst hatte, in der Schweiz. Friedrich Knapp und Moritz Carriere waren 1853 Liebig nach München gefolgt; Carl Ettling, Ernst Dieffenbach und Frie- drich Zamminer hatten bereits, die beiden ersteren im besten Mannesalter, der letztere in der Blüthe der Jugend, ihre Lebensarbeit vollendet. Neben Heinrich Will waren nur noch Heinrich Bauff, der Physiker, und Hermann Hoffmann, der Botaniker, in Giessen zurückgeblieben.

Allein die Lücken, welche in dem Lehrkörper einer deutschen Universität entstehen, bleiben nicht lange unausgefüllt, und mit einigen der Neugekommenen hatte Will bald schon nahe, ja nächste Beziehung angeknüpft, so mit dem von Clausthal berufenen Mineralogen Professor

Streng, so mit dem an die Stelle Zamminer's getretenen jungen

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