Küh liefern, und dabei war immer noch, wenn ſie wollten, das Vieh aus dem Stall genommen und geſchlachtet. Den Mittwoch gab es ein Geplänkel mit den Kaiſerlichen und Franzoſen, weil aber die Kaiſerlichen zu ſchwach waren, mußten ſie ſich wieder über die Lahn zurückziehen.
Den Freitag als den 16. September kamen die Kaiſer⸗ lichen abermal und wollten die Franzoſen verdrängen und ging die Attack morgens um 9 Uhr an und waren bis auf den Siegköppel und überall diesſeits dem Hegegraben, mußten ſich aber zurückziehen durch die Krockeln und Großen⸗Wald bis die Platt und Wismarer Wald und ſtan⸗ den auf dem Homberg*) und auf dem Wetterberg mit Kanonen und Kavallerie und die Kanonade dauerte von morgens 9 Uhr bis in die ſpäte Nacht mit Kanonen und Kleingewehrfeuer, doch ſind über 20 Mann nicht geblieben. Dabei wurde noch immer geplündert und die Nacht noch das weibliche Geſchlecht mit Gewalt geſchändet, überhaupt iſt alles Verfahren nicht zu beſchreiben, wie ſich dieſes Räubervolk bei ſeinem hieſigen Stägigen Aufenthalt betragen. Mein obenhin nur berechneter Schaden beläuft ſich auf 856 fl. und die ganze Schaden⸗ rechnung in beiden Gemeinden beträgt 36870 fl.
Bei dieſer Freitags⸗Kanonade, wobei wir der größten Lebensgefahr ausgeſetzt waren, iſt dennoch alles glücklich vor⸗ übergegangen, denn die Kaiſerlichen ſtanden auf dem Wetter⸗ berg und Homberg und ſchoſſen mit Kanonen, Haubitzen und Kartätſchen über Krofdorf, doch ſind nur etliche Kugeln durch Gebäu in der Obergaß gefahren, aber weiters kein Schaden gethan. Es ſind über 50 Ctr. Kugeln hier aufgeleſen wor⸗ den. Dabei iſt ein Mann(Wagner) verunglückt, der eine Haubitzgranate mit dem Bajonet ausbohren wollte, die explo⸗ dirte und ihn derart verſtümmelte, daß er 43 Jahr alt von vier Kindern wegſtarb.
*) Alle hier namentlich aufgeführten Stellen liegen nördlich von Krofdorf nach dem Walde zu oder in demſelben.


