Für Hoffmann in Grünberg war die Verwahrung der Werthkiſten doppelt verantwortlich. Hatte er doch ſelbſt, außer baarem Gelde die Giltbücher und Pachtregiſter zu ver⸗ wahren, und die Angſt vor den Franzoſen war daher bei ihm beſonders groß.„Es ſieht gar bös aus, Gott ſchicke uns den Frieden, weiter iſt keine Hoffnung“, ſchreibt er an Oßwald in einem eiligen Brieſchen, in dem er um weitere Anordnungen bat. Er beeilte ſich deßhalb auch, gleich om 8. Juni die große Kiſte mit Akten und den Koffer mit Geld nach Alsfeld weiter befördern zu laſſen, wo ihn der Univer⸗ ſitäts⸗Oekonom Vollhard erwartete. Wieder dienten dabei die zwei Jäger als Bedeckung, als weitere Hülfe folgte der Fruchtmeſſer Weller von Grünberg. In Ermenrod wurde übernachtet.
Doch hatte man ſchon Kunde, daß die Furcht übertrieben ſei und man nichts mehr zu fürchten habe.„Die Friedberger Damen, die bis Alsfeld und weiter gereiſt waren, wurden zurückberufen und Großh. Rektor Roth nebſt Großh. Juſtiz⸗ rath Schnack fuhren am Freitag Mittag hier ab. Die Frau Rektor nebſt Kind und zwei Brüdern, auch zwei Jungfern Rupprecht ſind noch bei mir und trocknen noch an ihren Effecten in allen Stuben, denn das Waſſer tropfte von ihnen aus allen Ecken und Enden. Sie erwarten heute ihre Zurück⸗ berufung, aber das Wetter iſt ſehr ungünſtig und die Nach⸗ richten wollen wieder zweideutig werden; ſonſt werde ich ſie wieder mit meiner Emigrantenchaiſe mit den langen Heu⸗ leitern nachhaus fahren laſſen müſſen. Dero Demoiſell Tochter nebſt Geſellſchaft werden vermuthlich noch in Londorf ſein.— ——— Dergleichen Reiſen ſind ganz verzweifelte Geld⸗ ſachen, und was iſt nicht an Kleidern und Effecten verdorben worden. Es ſoll mich freuen, auch bald von Ihnen etwas vom Oelblatt des Friedens, oder doch wenigſtens von unſerer Sicherheit zu leſen, um auch beiläufig zu wiſſen, wann die Sachen wieder zurückgehn müſſen“.
Der hochgradigen Aufregung war alſo raſch eine gewiſſe Vertrauensſeligkeit gefolgt und der alte Vollhard dachte


