Aus dem Archiv
Anhang.)
1. 1559, den 1. Tag Wolffmonats ²). Irſtatt. Pfarrer, Bür⸗ germeiſter und Kaſtenmeiſter zu Ixſtadt[Igſtadt bei Hoch⸗ heim a. Main] erklären auf Begehren des Landgrafen Philipp von Heſſen, der eine Reformation und Ordnung der geiſt⸗ lichen[Lehen] oder Stipendien zur Unterhaltung und Auf⸗ erziehung gelehrter Leute in allen Fakultäten, ſonderlich aber in der Theologie, ins Werk zu richten bedacht iſt und mit den Ausſtellern deßhalb hat handeln laſſen, daß ſie aus dem Kaſten ihres Heimathsorts künftig jährlich die Summe von 20 Gulden in 2 jährlichen Zielen den Einnehmern zu Mar⸗ burg entrichten wollen. Der Keller Johann Bleychenbach zu Epſtein ſiegelt. ¹) Es iſt ſchon oben bemerkt worden, daß der Beſtand der Urkunden über
die 1650 der Univerſität Gießen zugefallenen Marburg⸗Gießener Stipendien nicht vollſtändig iſt. Anderſeits beſinden ſich unter unſeren Urkunden 3 Stücke(Nr. 16, 19, 20 a), welche wohl nur aus Verſehen der Gießener Univerſität zugewieſen wurden, da die bezüglichen Stipendien aller Wahrſcheinlichkeit nach ſchon 1650 in den Beſitz der Marburger Univerſität übergingen. Die laut Nr. 1, 9 und 25 unſerer Regeſten geſtifteten Stipendien ſind, infolge des Uebergangs der betreffenden Ortſchaften an Naſſau, der Univerſität verloren gegangen. Zur Ergänzung fügen wir aus der von Ayrmann(a. a. O. S. 7) mitgetheilten Liſte der 1559/60 ge⸗ ſtifteten Stipendien die ſämmtlichen in unſerer Urkundenſammlung fehlenden Ort⸗ ſchaften und deren jährliche Beiträge bei: Biedenkopf 20 Gulden(nach 1866 von der Univerſität aufgegeben), Borken 20, Kaſſel 100, Dauernheim SOber⸗ heſſen) 60, Eſchwege 60, Grebenſtein 40, Großen⸗Linden 25, Gudensberg 40, Homberg 40, Hofgeismar 40, Immenhauſen 20, Kirchhain 20, Lichtenau 24, Mar⸗ burg 40, Melſungen 20, Neuenkirchen 20, Nidda 40, Niedenſtein 20, Rauſchen⸗ berg 40, Rothenberg(wohl verleſen aus Rothenburg und nicht das ſtarkenburgiſche Rothenberg) 40, Sanct Goar 40, Sontra 20, Spangenberg 20, Treyſa 40, Wald⸗ kappel 48, Wetter 40, Wolfhagen 40, Witzenhauſen 20, Ziegenhain 40, Zieren⸗ berg 20, Zwingenberg(Prov. Starkenburg) 20 Gulden.— Eine Unterſuchung über die Veränderungen, Erweiterungen und Verminderungen, welche die alten Stipendienſtiftungen im Laufe der Jahrhunderte erfahren haben, liegt mir hier ferne. Doch wird es von Intereſſe ſein, die gegenwärtig von den betreffenden Orten nach Gießen gezahlten Beiträge hier zu verzeichnen. Der Betrag von 34 Mk. 29 Pf.(= 20 Gulden) kommt ein von Darmſtadt, Stockſtadt, Zwingenberg, der Betrag von 51 Mk. 43 Pf.(= 30 Gulden) von Arheilgen, Bauſchheim, Berkach,


