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Bibliotheca Academica et Senkenbergiana : ein Beitrag zur Geschichte der Hochschule Gießen. / von Dr. O. Buchner
Entstehung
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Hier ſehen wir in drei Brüdern die verſchiedenſten Cha⸗ raktere entgegentretend und die Urſache dieſer verſchiedenartigen Entwickelung iſt wohl in dem unglücklichen Verhältniß der Eltern zu ſuchen.

JohannChriſtian Senckenberg, der Gründer des großartigen Senckenbergiſchen Stifts in Frankfurt, war demnach der Oheim des Karl Renatus Freiherrn von Sencken⸗ berg, dem Wohlthäter der Hochſchule Gießen.

Seither war vorwiegend von Schenkungen an die Univerſitäts⸗Bibliothek die Rede.

Die Mittel um Bücher zu kaufen waren ſehr gering, nur wenig vermehrt wurden ſie durch beſondere Einnahmen. Wenn 1665 der Landgraf verordnete, daß von jedem Studenten beim Einſchreiben ½ bis 1 Kopfſtück für die Bibliothek er⸗ hoben werde, oder wenn 1678 von jedem Candidato, ſo den gradum annimmt, unſerer Univerſität jedesmaliger Rektor oder Prorektor zur Vermehrung der Bibliothek 2 Rth. wirklich erfordern und zur Rechnung einbringen ſoll, oder wenn 1701 diejenigen Gelder, welche ehedeſſen einem zeitigen Rectori aus dem fisco zu dem Rectoratmahl, bei der Verleſung derer legum acad. hergegeben, mit Einziehung dieſes Mahls zur Univerſitäts⸗ Bibliothek und zur Anſchaffung von Büchern verordnet wird, ſo waren damit doch keine größeren Summen zu ſchaffen.

Wie gering die Mittel zu Bücherkäufen waren, geht aus einem landesfürſtlichen Reſeript vom 28. September 1770 hervor, wo es heißt:

Da die Bibliotheque keinen anderen Fonds hat, als das wenige, was die candidati bei ihren Promotionen und die studiosi bei ihrer Inſcription entrichten müſſen, und darin vornehmlich die neueren Werke fehlen, ſo wollen Wir, um dieſem Mangel nach und nach abzuhelfen, nicht nur die in Un⸗ ſerer und der neu erkauften Hombergkiſchen Bibliothek ſich be⸗ findenden Doubletten dahin abgeben laſſen, ſondern auch per