auf dem Ehrenpoſten als Bürgermeiſter nach, doch war ſchon in der Mitte des 18. Jahrhunderts der Mannesſtamm er⸗ loſchen.
Der zweite Bruder Johann Hartmann Sencken⸗ berg lebte als Phyſikus ebenfalls in Friedberg in angeſehener Stellung, wurde Mitglied des Raths, heiratete 1681 die Tochter eines Arztes, wurde 1685 auch Bürgermeiſter, zog aber dann nach Frankfurt a. M. über, wo er 1688 in die Bürgerſchaft aufgenommen wurde. 1695 wurde er Phyſikus, 1700 Phy- sicus primarius und Leibarzt verſchiedener Fürſten. Im Fe⸗ bruar 1703 ſtarb ſeine Frau; ihre drei Kinder waren ihr im Tode vorausgegangen. Zu Ende desſelben Jahres heira⸗ tete er zum zweitenmale, doch hätte er ſich nicht ſo zu eilen brauchen, denn die Ehe fiel ſehr unglücklich aus, dauerte aber bis 1730, wo er ſtarb. Seine Wittwe überlebte ihn noch 10 Jahre.
Von den fünf Kindern aus dieſer Ehe ſtarb eins früh, ein Sohn war Apotheker und wurde 30 Jahre alt. Die drei übrigen Söhne haben für uns größeres Intereſſe. Der äl⸗ teſte derſelben, der ſchon erwähnte Vater des Renatus Karl, Heinrich Chriſtian Senckenberg, war am 19. Oktober 1704 zu Frankfurt geboren, kam aber zweijährig zu ſeiner Mutter Schweſter zur Erziehung nach Gießen, wo er auch noch 1719— 1724 als Student der Rechtswiſſenſchaft lebte. Bis 1726 war er in Frankfurt, machte dann 1727 eine größere Reiſe, ſtudierte noch in Halle und Leipzig und verkehrte viel mit den Gelehrten ſeiner Zeit. 1728 kehrte er nach Frankfurt zurück, war bis 1730 Advokat, dann erſter Rath des Rhein⸗ und Wildgrafen Karl von Dhaun und gab in dieſer Zeit die Selecta juris et historiarum heraus. 1735 wurde er Profeſſor der Rechtswiſſenſchaft an der neugegründeten Hochſchule zu Göttingen, erhielt ein Jahr darauf von Gießen die juriſtiſche Doktorwürde, 1738 die philoſophiſche von Göttingen. In demſelben Jahre wurde er Profeſſor der Jurisprudenz und Regierungsrath in Gießen. Seine Ehe wurde bald durch den Tod der Frau gelöſt; auch das eine Kind ſtarb. 1744


