des Profeſſors Conr. Bachmann zu Gießen, Bücherei unter der Bedingung, daß der rückſtändige Gehalt ſeines Vaters im Betrag von 1350 fl. 15 Alb. 6 ½¼ Pf. den Teſtaments⸗ erben werde. Erſt nach 5 Jahren nach vielem Hin⸗ und Her⸗ ſchreiben kam ein Vergleich zuſtande, wonach der Bachmann'ſchen Erbin, Joh. Frdr. Schmalkalders Witb. aus den Geſchenkein⸗ nahmen der Univerſität 410 fl. à 30 Alb. und zwar alle Herbſtmeſſe 50 fl. bezahlt werden ſollten.
„Anno 1679 haben Herzog Ferdinand Albrecht zu Braun⸗ ſchweig⸗Lüneburg in Bevern dero andächtige Gedanken zur Univerſitäts⸗-Bibliothek zum Andenken verehrt und ſolches mit einem eigenhändigen Schreiben begleitet.“
1695 vermachte teſtamentariſch der Profeſſor und Medicinal⸗ rath Mich. Heyland zu Gießen ſeine geſammte Bibliothek der Hochſchule.
Sehr beträchtlich war die Erbſchaft derſelben bei dem Tode ihres Profeſſors Joh. Heinr. May im Jahr 1732. Derſelbe beſaß als Lehrer der orientaliſchen Sprachen eine ſehr bedeutende Bibliothek von 7000 Bänden, darunter 81 griechiſche und lateiniſche Codices und zahlreiche hebräiſche, ara⸗ biſche, aber auch deutſche Bücher, die er alle der Univerſitäts⸗ Bibliothek vermachte, außerdem aber auch eine Sammlung von alten hebräiſchen, puniſchen, griechiſchen und lateiniſchen Münzen, 23 Bracteaten ex omni metallo et modulo, darunter 8 goldene, über 130 ſilberne und über 270 in Kupfer. Doch ſollten die Bücher getrennt aufbewahrt werden. Man möge aus der Reihe der Profeſſoren einen in der Literaturgeſchichte wohlgeübten Bibliothekarius beſtellen, der bei der Aufnahme ordentlich zu ſchwören habe, aber auch ex fisco ein leidliches sa- larium genießen ſolle. Doch dürfe er keinem studioso, wohl aber einem professori gedruckte Bücher, aber gar keine Manu⸗ ſeripte ins Haus verabfolgen.
Auch liegende Güter gingen durch dieſes Teſtament an die Hochſchule über.
Ein eigenthümliches Schickſal hatte die Bibliothek des Profeſſor Joh. Frd. Kayſer. Als er 1751 ſtarb, hatte


