der Reihe der Profeſſoren ſolle verordnet werden, daß er die Bibliothek anrichte und in der Wohnung habe, auch jederzeit Rede und Antwort gebe.
Dieſer Bibliothekanfang hatte ſich beträchtlich vergrößert theils durch Ankauf, theils durch Schenkung, namentlich 1606 durch die Sammlung eines Grafen von Diez, welche Land⸗ graf Moritz der Univerſität ſchenkte. Als nun 1625 die beiden Hochſchulen vereinigt wurden, blieb die Gießener Bücherei vorerſt daſelbſt und theilte Landgraf Moritz 1628 die Mar⸗ burger Bücherſammlung in zwei gleiche Theile, der eine kam durchs Loos nach Kaſſel, der andere blieb in Marburg und wurde 1628 mit der Gießener Bibliothek vereinigt und wan⸗ derte als Ganzes 1650 wieder nach Gießen zurück.
Sowohl in der Marburger Zwiſchenzeit, wie auch ſpäter wurden der Bücherei nicht wenige werthvolle Vermächtniſſe zutheil, ſo will Dr. Sigism. Aemilius Pius die von ſeinem Vater überkommene, angeblich 2000 Gulden werthe Bibliothek der Univerſität vermachen, bittet aber, weil er 100 Rth. darauf gelehnt und um derenwillen ſolche im Begriff ſtünde, verſteigert zu werden, daß man ihm hierin zu Hülfe kommen möge.
1632 bietet die Wittwe des Dr. Helvicus die Bibliothek ihres Mannes für ein ſchuldiges Kapital von 600 fl. an, was aber nicht angenommen wurde.
1636 vermacht der praktiſche Arzt Joh. Ulr. Streiter zu Speyer ſeine Bibliothek der Hochſchule, ähnlich 1668 der Profeſſor der Mathematik Friedr. Müller aus Königsberg die ſeinige.
„Anno 1665 hat Dr. Eberhard Fabricius 13 Fo⸗ lianten, 77 Quartbände und 105 Octavbände an den z. Bib⸗ liothekar Profeſſor Dieterich zur Univerſitäts⸗Bibliothek für 80 fl. verkauft und haben ſich darunter die meiſten opera Lutheri, ſondann die Biblia variar. translationum befunden in verſchiedenen tomis.“
1668 vermachte Magiſter Joh. Conr. Bachmann, Pfarrer zu Main-Biſchoffsheim, der Univerſität ſeines Vaters,


