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Über die Bedeutung der historischen Continuität : mit besonderer Rücksicht auf die deutschen Universitäten : akademische Festrede am 9. Juni 1857 / gehalten von Gustav Adolf Ludwig Baur
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Erläuterungen,

beſonders in Bezug auf die in der großen Aula des Collegiengebäudes befindlichen Bildniſſe.

Es bedarf keiner weitläufigen Rechtfertigung, daß, obgleich die Univerſität vom 25. Mai 1625 bis zum 5. Mai 1650 nach Marburg verlegt worden war, doch in Vorſtehendem ange⸗ nommen worden iſt, es habe die Univerſität Gießen vom Jahr 1607 bis heute ihre ununter⸗ brochene Geſchichte und ſtätig fortſchreitende Entwicklung gehabt. Jene Verlegung hatte ihren Grund darin, daß Marburg an den Heſſen⸗Darmſtädtiſchen Landgrafen fiel. Der Ort wurde gewechſelt; der Landesfürſt aber, die von ihm ausgehende Einrichtung und Leitung der Univerſität, der von ihm aus Gießen mitgebrachte Kern des Lehrerperſonals, kurz der ganze weſentliche Cha⸗ rakter der Univerſität blieb unverändert: die im Jahr 1629 zu Marburg erlaſſenen revidirten Statuten ſind dieſelben, welche für die Univerſität Gießen im Weſentlichen noch heute gelten, und als im Jahre 1648 Marburg wieder an das Haus Heſſen⸗Caſſel kam, kehrten Einrichtung und Perſonal der Univerſität mit dem Landgrafen von Heſſen⸗Darmſtadt nach Gießen zurück.

Dieſe ununterbrochene Einheit der Ludwigsuniverſität von der Zeit ihrer Gründung an findet in der Sammlung von Bildniſſen der Profeſſoren, welche von ihrer Entſtehung bis zu Ende des vorigen Jahrhunderts an ihr lehrten, einen ſprechenden Ausdruck. Den Grund zu dieſer Sammlung legte folgende am 20. April 1629 zu Darmſtadt erlaſſene Verfügung Landgraf Georgs II.

Ges RG von Gottes Gnaden, Landgraf zu Heſſen, Graf zu Katzenellenbogen u. ſ. w.

Würdige und Hochgelahrte, Liebe Grtreue! Demnach uns unterthänig anbracht worden, wie bei ausländiſchen auch theils deutſchen Uiniverſitäten Herkommen, daß bei denſelben aller und jeder professorum contrefait dera ſelbſt eigenem Nachruhm und Andencken ufgehebt und behalten werde, und dann uns ſolcher Brauch löblich und ſein zu ſeyn bedünket, auch Ihr bei Alnſerer Alniverſität dergleichen einzurichten, gnädiger Zuverſicht nach euch nicht entgegen ſeyn laſſen werdet, Alß iſt unſer gnediger Befelch, daß Ihr darauf bedacht ſeyet, wie auch Euerer jetziger und jeder künftiger pro-

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