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Über die Bedeutung der historischen Continuität : mit besonderer Rücksicht auf die deutschen Universitäten : akademische Festrede am 9. Juni 1857 / gehalten von Gustav Adolf Ludwig Baur
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fessorum gemahlt Vildniß in einer gleichen Größ und Jorm mit Anzeig des Nahmens, auch der Jahrzahl ſeines Alters und der Geburt Chriſti bei Ulnſerer Aniverſität bracht und erhalten werde. Denen professoribus, ſo jetzo allbereit beſtellt ſind, ſollte der Malerlohn, umb welchen man zu genaweſten zu marcken hätte, vam occonomo erſtattet, von anderen aber, ſo künftig ankommen zur Hälfte ſelbſt getragen werden. Es werden ſich auch mit der Zeit Gebewe und Hrier finden laſſen, dahin man ſolche contrefait füglich könne faſſen und ufhengen, verſehen wir Ulns in wohlgewo⸗ genen Gnaden. Datum Darmbſtatt au 20 ten Aprilis 1629.

Georg, L. G.

Nach der im Jahre 1838 vorgenommenen Abtragung des alten Colleggebäudes, in welchem ſie bis dahin aufgehängt worden waren, mußten die Bilder in Localitäten aufbewahrt werden, welche ſie nicht blos dem Auge des Beſchauers völlig entzogen, ſondern auch wenig geeignet wa ren, ſie, die zum Theil vorher ſchon bedeutend gelitten hatten, in gutem Stande zu erhalten. Nachdem das neue Colleggebäude vollendet war; wandte ſich, namentlich in Folge der huldreichen Schenkung des Bildniſſes Ludewigs I. durch den Höchſtſeligen Großherzog Lndwig IlI., die Auf merkſamkeit auch jenen Bildniſſen wieder zu; doch wurde die Ausführung der am 7. Aug. und 4. Decbr. 1847 beſchloſſenen und von Großherzoglichem Miniſterium zum Theil genehmigten Anträge des akademiſchen Senats unter den Bewegungen der nächſtfolgenden Jahre verſchoben, was kaum zu bedauern iſt, da die große Aula des Colleggebäudes damals noch nichf vollendet und ſomit ein angemeſſenes Local für die Aufbewahrung der Bilder noch nicht vorhanden war. Gegen Ende des Jahres 1851 wurde die Angelegenheit wieder aufgenommen, und unter dem 14. Januar 1852 verfügte Großherzogliches Miniſterium, den Antrag des akademiſchen Senates vom 15. Dec. 1851 genehmigend, daß eine zur Herſtellung der Profeſſorenbilder früher bereits verwilligte und noch nicht verwendete Summe zur Herſtellung der der Univerſität huldreichſt ge ſchenkten Bildniſſe der Landesfürſten verwendet und dem entſprechend erhöht werde: die Reſtau⸗ ration, Einrahmung und Aufhängung der 108 Profeſſorenbildniſſe wurde durch freiwillige Bei träge der Senatsmitglieder und anderer akademiſchen Lehrer möglich gemacht und kurz vor dem 9. Juni dieſes Jahres, als dem Geburtstage Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs Ludwigs III., vollendet.

Zur Orientirung in dieſer Sammlung, in welcher die Univerſität ein Beſitzthum von un ſchätzbarem Werthe verehrt, diene Folgendes:

Die Bildniſſe der Landesfürſten ſind durch die beigeſchriebenen Namen bezeichnet. Die Bildniſſe der Profeſſoren ſind ſo geordnet, daß zur Rechten des Katheders die Theologen ſich befinden und bis in die Mitte der öſtlichen Wand ſich erſtrecken, wo ſich dann, die andere Hälfte dieſer Wand füllend, die M edieiner an ſie anſchließen. Die Reihe der Ju⸗ riſten beginnt zur Linken des Katheders und endet in der Mitte der weſtlichen Wand, während die Philoſophen den übrigen Raum dieſer Wand, ſo wie die dem Katheder gegenüber befind⸗ liche füllen. Die Bilder ſind innerhalb der Facultäten chronologiſch geordnet.

1I. Theolo gen(zur Rechten des Katheders):

1. Jo. Winkelmann, geb. 1551, 1626 5. Meno Hanneken, geb. 1595, 1671. 2. Balth. Mentzer, geb. 1565, 1627.*) 6. J. H. Tonſor, geb. 1595, 1649. 3. Juſt. Feuerborn, geb. 1587, 1656. 7. Pet. Haberkorn, geb. 1604, 1676. 1. Jo. Steuber, geb. 1590, 1623. 8. Tr Balth. Mentzer II., geb. 1614, 1679. ) Das vor einem Namen zeigt an, daß das entſprechende Bild in der zweiten Reihe von oben, zwei Kreuze, daß es

in der dritten hängt u. ſ. w., und zwar jedesmal gerade unter dem Bilde des vorhergehenden Profeſſors