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Andeutungen zu zeitgemässer Verbesserung akademischer Einrichtungen : zunächst veranlasst durch den für die Großherzogliche Hessische Landesuniversität zu Gießen neuerlich festgesetzten Studienplan und die auf denselben bezüglichen polemischen Schriften der Herren D.A.A.E. Schleiermacher und D.J.T.B.v. Linde / [Georg Zimmermann]
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ſich eine allgemeine wiſſenſchaftliche Bildung zu erwerben, der würde nun, ohne durch pecuniäre Rückſichten gehemmt zu ſein, Gelegenheit haben, ſich mit dem Wiſſenswertheſten und Intereſ⸗ ſanteſten aus allen Wiſſenſchaften bekannt zu machen. Und es kann mit gutem Grunde die Erwartung ausgeſprochen werden, daß diejenige Univerſität, welche eine ſolche Einrichtung zuerſt anordnete, eben damit in Kurzem eine Menge von Ausländern herbeilocken würde.

Doch die Vortheile, die aus jener Einrichtung für die Wiß⸗ begierde der Studirenden, für den Wetteifer der Profeſſoren und ſomit für die Wiſſenſchaft ſelbſt entſpringen, ſind ſo einleuchtend, daß es unnöthig iſt, ſie weiter einzel aufzuzählen. Dagegen iſt es nöthig, noch die allerdings große Schwierigkeit in Crwä⸗ gung zu ziehen, welche die Beantwortung der Frage darbietet: auf welche Weiſe denn nun die von den Studirenden halbjährlich bezahlten fixirten Geldbeträge unter die akademiſchen Docenten vertheilt werden ſollen?

Das Einfachſte würde ſein, das ganze Einkommen der Uni⸗ verſitätsprofeſſoren in fire Beſoldungen zu verwandeln; wie dieß ja faſt bei allen anderen Staatsdienern auch der Fall iſt.

Die Univerſität Gießen zählt gegenwärtig etwa 40 ordent⸗ liche und außerordentliche Profeſſoren und mag aus Staatsmit⸗ teln und Stiftungsfonds eine ſtändige jährliche Summe von etwa 100,000 fl.*) für ihre akademiſchen Zwecke disponibel haben. Würden nun von dieſer Summe zu Gehalten verwendet

für 6 Profeſſoren à 3,000 fl..... 18,000 fl. 10 à 2,000... 20,000 fl. 15 à 1,500.. 22,500 fl. 6 A 1,000,..6 000 fl. 3 3 à 800 2, 400 fl. einige Repetenten......3., 000 fl.

71,900 fl.

*) Die Richtigkeit dieſer Angabe kann nicht verbürgt werden; fie iſt aus keiner officiellen Quelle geſchöpft, ſondern nur auf gelegentlich erhaltene Mittheilungen bafirt, die übrigens für glaubwürdig ge⸗ halten werden dürfen.