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Andeutungen zu zeitgemässer Verbesserung akademischer Einrichtungen : zunächst veranlasst durch den für die Großherzogliche Hessische Landesuniversität zu Gießen neuerlich festgesetzten Studienplan und die auf denselben bezüglichen polemischen Schriften der Herren D.A.A.E. Schleiermacher und D.J.T.B.v. Linde / [Georg Zimmermann]
Entstehung
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wählten Beruf nicht geeignet ſind. Noch einmal umzukehren und ein anderes Fach zu ergreifen, dazu iſt es zu ſpät, oder das geſtatten ihre Vermögensumſtände nicht. Sie gehen alſo auf der einmal betretenen Bahn, obwohl mit Widerwillen, fort, ſie haben ihren Beruf verfehlt und werden nicht bloß unglückliche Menſchen, ſondern nicht ſelten auch ganz unnütze Glieder des von ihnen erwählten Standes, während ſie vielleicht einem an⸗ deren zur Zierde gereicht haben würden. Dem Allem würde vor⸗ gebeugt, wenn der Studirende ſogleich bei Eröffnung ſeiner aka⸗ demiſchen Laufbahn eine allgemeine Encyklopädie der Wiſſenſchaften vorgetragen bekäme. Hierdurch würde Jeder in den Stand geſetzt werden, nach eigner Einſicht und Ueber⸗ zeugung das Studium wählen zu können, zu welchem ihn Nei gung und innerer Beruf treibt; und gleichzeitig würde dieſes Collegium den Vortheil gewähren, daß es, was zu einer allge⸗ meinen und vielſeitigen wiſſenſchaftlichen Bildung unentbehrlich iſt, mit dem Geſammtgebiete aller Wiſſenſchaften im Allgemeinen bekannt macht. Könnte kein vielſeitig genug gebildeter Mann gefunden werden, welcher dieſe allgemeine Encyklopädie der Wiſ⸗ ſenſchaften mit gleichmäßiger Gründlichkeit und Unparteilichkeit und den Anforderungen einer Hochſchule entſprechend vorzutragen im Stande wäre, ſo dürfte es das Geeignetſte ſein, wenn dieſe Aufgabe durch ſechs einzele encyklopädiſche Vorleſungen und zwar:

1) über die theologiſchen Wiſſenſchaften,

2) über die juriſtiſchen Wiſſenſchaften,

3) über die mediciniſchen Wiſſenſchaften,

4) über die kameraliſtiſchen Wiſſenſchaften(mit Einſchluß der

Mathematik und Naturwiſſenſchaften),

5) über die philoſophiſchen Wiſſenſchaften,

6) über die hiſtoriſchen und philologiſchen Wiſſenſchaften gelöſt würde. Dieſe Vorleſungen müßten von ſechs Profeſſoren der betreffenden Facultäten und zwar nicht zu gleicher Zeit, ſon⸗ dern nacheinander gehalten werden. In einem Semeſter von 21 Wochen würden drei Wochen für jede derſelben und in jeder Woche 12 Stunden genügen. Die von den Studirenden hierauf verwendete Zeit würde in keiner Beziehung eine verlorne ſein

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