— 42—
Aeusserung meiner Facultät über den Müllerschen Promotionsfall zu beziehen und etwa noch Folgendes hinzuzufiügen.
Einige meiner nicht-irztlichen Collegen sind der Ansicht gewesen, dass man die in dem Absatze 1 der S. 9 aufgeführten Beispiele aus der Arznei- mittellehre als Einzelnheiten deuten könne, welche dem Candidaten zu einer allzu speclellen, allzu beschränkten, Vorbereitung auf das Exa- men mitgetheilt seien. So deuten kann aber nur Derjenige, dem die nn tigste, die eigentlich ärztliche Seite des Gegenstandes gänzlich fremd i Jedes angeführte Beispiel berührt ein grosses medicinis ahihs Gebiet, inner- halb dessen unzählige specielle Fragen gestellt werden können. So in Be- zug auf das Calomel ist die chemische Kenntniss des Mittels im Ver-
der Promotion mitgetheilt werden. Eine solche Mittheilung liegt aber in der Natur der Sache und ist ausserdem auf einem Facultätsbeschluss vom Jahre 1846, zu welcher Zeit die Facultät festgesetzt hat, dass in Zukunft nur in praesentia examinirt werden solle, begründet.
Zur Erleichterung für den Decan ist der Inhalt dieses Beschlusses lithographirt worden in Form eines Grossoctavblattes, von welchem wir zwei Exemplare hier beilegen“ les ist das in Note 5 abgedruckte].„Der zweite Zeitungsartikel theilt— anstatt diese lithographirten Bedingungen wörtlich abdrucken zu lassen, wodurch die Nothwendigkeit und die Unzweideutig- keit einer solchen Mittheilung an die Candidaten in die Augen springen musste— dieselben nur in einem Auszuge und zwar so mit, dass das Publicum zu einer hämischen Deutung fast gezwungen wird.
In Bezug auf die im zweiten Zeitungsartikel erwühnten„fünferlei Diplome zu verschie- denen Preisen“ haben wir zu bemerken, dass allerdings unterschieden werden: Doctoren der Medicin,— der Medicein und Chirurgie,— der Mediein, Chirurgie und Geburtshülfe, aber nur aus dem Grunde, weil diese Unterschiede factisch in der medicinischen Welt bestehen. Das Honorar ist bei dem Doctor der Pharmacie niedriger als bei den übrigen Graden; ein weiterer Unterschied existirt nicht.
In den lithographirten Bedingungen ist gesagt:„Das Examen erstreckt sich über alle Haupttheile desjenigen Gesammtfaches, in welchem der Candidat promovirt zu werden wünscht.“ Wiederum die frühere niedere Stellung des Candidaten machte es nothwendig, ihn darauf auf- merksam zu machen, dass er in denjenigen Gebieten der Heilkunde, welche in neuerer Zeit einen bedeutenden wissenschaftlichen Fortschritt gemacht haben, nämlich Anatomie, Physiologie und Pharmakologie, und zumal in deren wichtigeren Theilen, der Natur der Sache nach strenger geprüft werden müsse. Der Decan hat dies in seinem ersten, jetzt gedruckt vorlie- genden Briefe proprio motu gethan; später hat aber die Facultät ihn noch besonders damit beauftragt, auf die Schwierigkeit des Examens speciell hinzuweisen. Dass der Decan bei den genannten 3 Fächern Einzelnheiten beispielsweise angeführt hat, ist nach der Erfahrung der Decane unentbehrlich, um den Anfragenden einen Begriff von der Art des Examens zu geben. Es ist übrigens die Aufführung der Einzelnheiten von der Art, dass sie stets die ge- sammte Disciplin ihrem wesentlichen Inhalte nach umfassen.— Den erwähnten Auftrag der Pacultät hat der Decan in dem zweiten Briefe“[s. Note 7],„in welchem er sein früheres Schreiben kurz resumirte, erfüllt.
Demnach ist die Hinweisung, als ob der Decan dem Candidaten die etwa vorzule- genden Fragen„zur Einpaukung“ vorher mitgetheilt habe, eben so verächtlich, als die Hin- weisung auf Schablonen, Geldgier, Briefe mit 5 Siegeln, Agenturen u. s. Ww. injuriös, und da-
her hier nicht weiter zu beantworten.“
Säl Spi ane Bei
anc
„¹ Wa- gal leie


