Druckschrift 
Abwehr von Schmähungen, welche Herr Dr. Joseph Pözl, o.ö. Professor f. Bayerisches Staatsrecht a.d. Köln. Bayerischen Ludwig-Maximilians-Univ. zu München, wegen einer 1859 zu Giessen vollzogenen medicinischen Promotion gegen mich gerichtet hat / von Dr. Philipp Phoebus, o.ö. Prof. d. Med. a.d. Grossherzogl. Hess. Ludewigs-Univ.
Seite
8
Einzelbild herunterladen

8

individuellen Verhältnisse passt. So habe ich es immer gehalten und zu dem Ende bei Promotions- Anfragen zu den lithographirten äusseren Bedingungen

der Promotion(s. Note 5) noch über den wissenschaft- lichen Umfang und Charakter des Examens so viel oder so wenig hinzugefügt, als nach der Individualität des Anfragenden mir nöthig schien. und laſſen darum ſeine Erklä⸗ rung als einen mißglückten Verſuch hingehen Treffliche Ausrede für Denjenigen, der nichts Besseres zu erwiedern weiss. den Eclat eines unrühmlichen Rückzugs Wo und wie hätte ich mich zurückgezogen oder zurückzuziehen versucht?! wenig⸗ ſtens momentan zu mindern. Aber zur Be⸗ achtung des geſammten gelehrten Deutſchlands und zur Belehrung des in ſolchen Dingen vielleicht noch ungläubigen Publicums Du sublime au ridicule il n'h gqu'un pas. laſſen wir, wie unlieb auch,Wie unlieb auch. Dies ist das dritte Mal in Einem Absatze, und das neunte Mal im zweiten Artikel, dass Hr. Pözl seine Gesinnung recht- fertigt. Am Ende wird man's ihm doch wohl glauben miissen, dass sie die beste sei? hier noch das uns vorliegende Document foͤlgen.

Hochgeehrtester Herr!

In Erwiederung auf Ihr werthes Schreiben vom 12. d. habe ich die Ehre, Ihnen die Bedingungen unserer Promotion auf dem Nebenblatte vorzulegen. Ich hoffe, dass dasselbe ausreichen werde, alle Ihnen wichtigen Puncte zu be- antworten; sonst bin ich auch zu jeder weiteren Auskunft stets sehr gern bereit*).

Wollten Sie vielleicht noch einige Wochen anwenden, um sich einiger- massen speciell vorzubereiten, manches früher Erlernte zu repetiren, so würde ich rathen, dies ganz besonders mit Anatomie, Physiologie und Arzneimittel- lehre zu thun, weil diese Fächer am ersten Schwierigkeiten machen*).

In der Anatomie würden Sie besonders zu berücksichtigen haben: die Schädelknochen und besonders die Oeffnungen im Schädel, durch welche

etwas ein- oder auspassirt die Eingeweide, die Sinnesorgane, die Haupt nerven, die grossen Blutgefässe, die grössten Gelenke dann diejenigen Ge-

genden des Körpers, welche man wegen gewisser Operationen genauer kennen muss(wie die, wo die Leisten- und Schenkelbrüche vorfallen), auch die all- gemeine Anatomie(Iistologie).

In der Physiologie hauptsächlich Circulation, Respiration, Absor- ption, Digestion, Secretion(besonders des Harns), Generation.

von geb aue gen Sto sch

ben

Gief afſor erle