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Der forstwissenschaftliche Unterricht an der Universität Gießen in Vergangenheit und Gegenwart : ein Gedenkblatt zur Erinnerung an den 14. Juni 1881, den in Gießen ausgebildeten Forstwirthen und allen Anhängern des forstlichen Universitätsunterrichts / gewidmet von Dr. Richard Heß
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theoretiſchen Vorträgen ſachlich und zeitlich auf das Engſte anzupaſſen. Als weiterer Vortheil dieſer ſo natürlichen Arbeitstheilung ſpringt die Entlaſtung des früher mit theoretiſchen Vorträgen außerordentlich über⸗ bürdeten Haupt⸗Fachvertreters in die Augen.

Es erſcheint dem Herausgeber, welcher mitten aus dem Walde heraus auf den hieſigen Lehrſtuhl berufen wurde, den vor ihm ſo berühmte Männer eingenommen hatten, am Orte, hier mit einigen Federſtrichen anzudeuten, von welchen Geſichtspunkten aus er ſeine gegenwärtige Berufsſtellung aufgefaßt und ſeither durchzuführen geſucht hat. Unter anderen Verhältniſſen, als den hier üblichen, herangebildet und über ein Jahrzehnt lang mit Liebe dem Forſtverwaltungsdienſt ergeben, betrachtet er die Naturwiſſenſchaften und die allgemeine Wirth⸗ ſchaftslehre(theoretiſche Nationalökonomie) als mit der Mathematik gleichberechtigte Grundwiſſenſchaften für unſer Fach. Bei aller Hochſchätzung der letzteren ¹) und obſchon ein entſchiedener Vertreter der Bodenreinertragstheorie räumt er doch im Forſtweſen nicht der ſpeculativen, ſondern der wirthſchaftlichen Richtung den Vorrang ein. Er hofft in dieſer Beziehung nicht mißverſtanden zu werden. Selbſtverſtändlich betrachtet er es nicht als Aufgabe der Theorie, die im Walde etwa beſtehende(vielleicht falſche?) Praxis zu erläutern, ſondern er verlangt umgekehrt die Realiſirung der durch Beobachtung, Erfahrung und das Experiment geläuterten Theorie im Walde, d. h. eine Praxis, welche die ächte Tochter dieſer Theorie iſt. Das Funda⸗ ment der Letzteren bilden aber je nach den Gegenſtänden bald die Mathematik, bald die Naturwiſſenſchaften, bald die Nationalökono⸗ mie. Alle dieſe Wiſſenſchaften bedürfen daher bis zu einem gewiſſen Grade derſelben Pflege von Seiten des Forſtwirthes, keine darf principiell in den Vordergrund geſtellt, keine über die wirthſchaft⸗ lichen Ziele hinaus künſtlich getrieben werden. Theorie und Praxis dürfen einander nicht fremd werden, müſſen ſich vielmehr gegenſeitig

¹) Der Herausgeber bejaht z. B. die Frage, ob die höhere Mathematik, wenigſtens deren Elemente(analytiſche Geometrie der Ebene, Differential⸗ und Integralrechnung), mit in den Unterrichtsplan für Forſtwirthe einzubeziehen ſei, unbedingt, da ganz abgeſehen davon, daß ſchon gegenwärtig einzelne Parthieen in der Holzmeßkunſt und Forſtſtatik ohne Kenntniſſe in höherer Mathematik nicht vollſtändig verſtanden werden können, gerade dieſer Theil der Mathematik ein ganz ausgezeichnetes formales Bildungsmittel iſt.

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