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Der forstwissenschaftliche Unterricht an der Universität Gießen in Vergangenheit und Gegenwart : ein Gedenkblatt zur Erinnerung an den 14. Juni 1881, den in Gießen ausgebildeten Forstwirthen und allen Anhängern des forstlichen Universitätsunterrichts / gewidmet von Dr. Richard Heß
Entstehung
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den theoretiſchen Lehrvorträge noch nicht beſucht haben, genöthigt, ge⸗ wiſſe theoretiſche Erläuterungen vorauszuſchicken ¹). In ſolchen Fällen wird aber derſelbe Lehrſtoff doppelt geboten, was zur Folge haben kann, daß, je nach Umſtänden, entweder die eigentlich theoretiſchen Vorleſungen des einen oder diejenigen des anderen Docenten gar nicht, oder nur läſſig beſucht werden.

Abgeſehen von dieſen Uebelſtänden fiel weiter als ſchwerwiegendes Moment gegen die frühere Einrichtung in's Gewicht, daß es einem Manne, bei den in neuerer Zeit ſo bedeutenden Fortſchritten der Forſtwiſſenſchaft, gar nicht mehr möglich iſt, das ganze Gebiet der⸗ ſelben theoretiſch zu beherrſchen. Man kann z. B. als vortrefflicher Waldzüchter, die Theorie und Praxis der Beſtandes⸗Begründung und Pflege auf das Genaueſte kennen und gleichwohl ein Fremdling in der Preßler'ſchen Reinertragstheorie ſein. Umgekehrt hat eine gründliche Kenntniß im forſtlichen Taxationsweſen abſolut nichts mit der Lehre von den zahlreichen Feinden des Waldes und deren Be⸗ kämpfung zu thun.

Wir theilten daher, durch Erwägungen ſolcher Art geleitet, das Vorleſungsgebiet in der Weiſe unter uns ab, daß nunmehr auch Eduard Heyer geviſſe theoretiſche Lehrvorträge u. z. forſtliche Betriebsfächer ²) ausſchließlich übernahm und den zugehörigen praktiſchen Unterricht beibehielt, während er dafür dem Herausgeber den praktiſchen Unterricht in denjenigen Disciplinen ³)(vorzugsweiſe forſtlichen Productionsfächern) überließ, welche ſich dieſer als Lehrgebiet reſervirt hatte.

Durch dieſe Einrichtung, welche ſich bewährt hat und daher noch heute fortbeſteht)(ſiehe den II. Theil), wurde es ermöglicht, die zu jeder Disciplin gehörigen praktiſchen Unterweiſungen den betreffenden

¹) In der That hatte auch Eduard Heyer ſeine meiſten praktiſchen Curſe ſtets in Verbindung mit 46 ſtündigen Katheder⸗Vorträgen angezeigt.

²) Dieſe waren: Waldwerthberechnung incl. Forſtſtatik, Waldwegbau, Holz⸗ meßkunde, Forſtvermeſſung und Waldtheilung.

³) Dieſe waren: Waldbau, Forſtſchutz, Forſtbenutzung incl. Forſttechnologie, Forſthaushaltungskunde, Staatsforſtwirthſchaftslehre, Waldertragsregelung und Encyclopädie der Forſtwiſſenſchaft.

4) Im Laufe der Zeit hat ſich das Lehrgebiet des zweiten Lehrers noch um einige Fächer erweitert(ſ. ſpäter).